Sind die Worte von Minister Şimşek ein Signal für neue Steuern? Prof. Dr. Serap Durusoy analysiert für 12punto…
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Serap Durusoy bewertete gegenüber 12punto die Aussage des Ministers für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, wonach „die Wahrnehmung einer hohen Steuerlast nicht der Realität entspreche“.
Der Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, erklärte vor dem Plan- und Haushaltsausschuss der Großen Nationalversammlung der Türkei: „Die Wahrnehmung einer hohen Steuerlast entspricht nicht der Realität.“
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Serap Durusoy kommentierte die Worte von Minister Şimşek gegenüber dem 12punto-Autor Şenol Çarık wie folgt: „Dies ist als Signal zu verstehen. Es bereitet die Bürger leider darauf vor, höhere Steuern zu zahlen.“
Durusoy erinnerte zudem an Şimşeks Aussage in seiner Präsentation vor dem Ausschuss, wonach „unter unterstützenden globalen Bedingungen in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres ein Rückgang der Inflation prognostiziert wird“, und fragte: „Herr Şimşek, wie soll das bei derart komplexen globalen Bedingungen gelingen?“
Prof. Durusoy betonte, dass die Wirtschaft in der kommenden Zeit keine glänzenden Tage erwarte, und sagte: „Alle Gesellschaftsschichten zahlen den Preis, der durch die falschen Wirtschaftspolitiken der jüngeren Vergangenheit entstanden ist. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, sowohl die Jugend als auch die Industriellen sind unzufrieden.“
In Bezug auf Mehmet Şimşeks Aussage, „die Wahrnehmung einer hohen Steuerlast entspricht nicht der Realität“, bewertete Durusoy: „Diese Rede hat Signalcharakter. Ich denke, es ist ein Satz, der die Bürger darauf vorbereiten soll, dass in der kommenden Zeit neue Steuern oder Steuererhöhungen auf sie zukommen könnten.“
Durusoy fuhr fort:
„Die derzeit angewandte Wirtschaftspolitik ist unvollständig. Wir haben es mit einer Wirtschaftsführung zu tun, die auf einem Bein steht und die gesamte Verantwortung für die Inflation auf die Zentralbank abwälzt. Es fehlt eine Finanzpolitik, die die Geldpolitik begleitet, sowie eine Umsetzung struktureller Reformen… Die Erwartung, dass wir in den kommenden Monaten mit höheren Steuern konfrontiert sein werden, wird dazu führen, dass Konsum vorgezogen wird, was wiederum ein Faktor ist, der die Inflation weiter anheizt. Wir beobachten, dass die Wirtschaftsführung versucht, die Nachfrage durch den privaten Konsum zu unterdrücken, wobei insbesondere die Nachfrage der Bezieher fester Einkommen gedrosselt wird.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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