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TÜSİAD-Botschaft zum Mindestlohn

Der Vorsitzende des TÜSİAD-Hochbeirats, Tuncay Özilhan, erklärte: „Die Schere zwischen dem Durchschnittsgehalt und dem Mindestlohn schließt sich immer weiter.“

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TÜSİAD-Botschaft zum Mindestlohn

Der Türkische Verband der Industriellen und Unternehmer (TÜSİAD) hat in Ankara eine Sitzung des Hochbeirats abgehalten.

Der Vorsitzende des TÜSİAD-Hochbeirats, Tuncay Özilhan, hielt die Eröffnungsrede der Sitzung und äußerte sich zur wirtschaftlichen Lage.

BOTSCHAFT ZUM MINDESTLOHN

Özilhan betonte, dass sich die Schere zwischen dem Durchschnittsgehalt und dem Mindestlohn immer weiter schließe, und fügte hinzu: "In starken Marktwirtschaften fällt zudem auf, dass soziale Sicherungs- und Wohlfahrtsprogramme stark ausgeprägt sind, um Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung zu mildern und die Inklusion zu fördern."

BETONUNG DES RECHTSSTAATS

Özilhan sagte, dass die in jüngster Zeit ergriffenen Maßnahmen die Hoffnung auf eine Lösung des Inflationsproblems gestärkt hätten und dass das Recht der entscheidende Faktor für den Erfolg der Wirtschaftsführung sein könne.

TÜSİAD-Präsident Orhan Turan betonte ebenfalls die bestehenden Ungleichheiten und sagte: "Hohe Wachstumsraten werden uns nicht in die Türkei führen, von der wir träumen; wir müssen alle Ungleichheiten lösen."

Die Kernpunkte von Özilhans Rede waren wie folgt:

"Ein grundlegendes Merkmal einer starken Marktwirtschaft ist eine starke institutionelle Struktur und ein solides Rechtssystem. In einem modernen Rechtssystem sind die Sicherheit von Leben und Eigentum für jeden garantiert. Die Rechtsprechung ist fair, jeder ist vor dem Gesetz gleich. Gerichtliche Entscheidungen sind widerspruchsfrei und für alle bindend. Internationale Normen und Verträge werden eingehalten.

In starken Marktwirtschaften sind Vorhersehbarkeit im Verwaltungssystem und bei Entscheidungen essenziell. Transparenz und Rechenschaftspflicht sind gewährleistet. Gewaltenteilung sowie Kontroll- und Ausgleichsmechanismen funktionieren lückenlos. Bei Ernennungen ist allein die Qualifikation ausschlaggebend.

Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, steigt die Risikoprämie des Landes, die Investitionskosten nehmen zu und Armut sowie ungerechte Praktiken verbreiten sich.

Ausländische Investoren zeigen kein Interesse an einem Land, in dem ein moderner Rechtsstaat nicht mit all seinen Institutionen und Regeln effektiv funktioniert. Ausländische Investitionen nehmen dann eher die Form von heißem Geld anstatt von Direktkapital an.

Eine der Voraussetzungen für Entwicklung ist die Bedeutung, die der Wahrung der makroökonomischen Stabilität beigemessen wird. Um makroökonomische Stabilität zu erreichen, werden allgemein anerkannte Geld- und Fiskalpolitiken verfolgt. Makroökonomische Stabilität und Rechtsstaatlichkeit erleichtern Investitionsentscheidungen, indem sie langfristige Vorhersehbarkeit bieten.

Wachstumsprozesse, die nicht auf technologischem Fortschritt basieren, sind schwach, unausgewogen und nicht nachhaltig.

Wir wissen, dass neue Ideen und zeitalterprägende Erfindungen nicht aus unterdrückerischen Gesellschaften hervorgehen. Was Kreativität fördert, ist ein starker Rechtsstaat, Toleranz gegenüber selbst den kontroversesten Ideen und Pressefreiheit.

In starken Marktwirtschaften fällt zudem auf, dass soziale Sicherungs- und Wohlfahrtsprogramme stark ausgeprägt sind, um Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung zu mildern und die Inklusion zu fördern.

Der Rückgang des CDS-Spreads, der vor den Wahlen auf bis zu 900 Basispunkte gestiegen war, auf 300 wird die Finanzierungsmöglichkeiten für langfristige Investitionen erweitern.

Hohe Inflation hat in der Vergangenheit die Struktur des Wachstums verzerrt. Unsere Wirtschaft basierte nicht auf Exporten und Investitionen, sondern auf einer Politik, die auf hohem Konsum beruhte. Es ist festzustellen, dass nun ein Prozess der Neuausrichtung begonnen hat. Wir wissen, dass ein Wachstumsmodell, das auf übermäßigem Konsum basiert, nicht nachhaltig ist.

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften hat sich in letzter Zeit auf alle Bereiche der Humanressourcen ausgeweitet.

Die erweiterte Arbeitslosenquote bewegt sich um die 22 Prozent.

Die Schere zwischen dem Durchschnittsgehalt und dem Mindestlohn schließt sich immer weiter. Aufgrund des Qualitätsverlusts in der Hochschulbildung verengt sich auch die Lohnschere zwischen Hochschul- und Gymnasialabsolventen.

Auf der einen Seite steht die Arbeit unserer Jugend, auf der anderen Seite die Lebensentwürfe derjenigen, die illegale Wege einschlagen."

'WIR MÜSSEN UNGLEICHHEITEN LÖSEN'

Die Botschaften von TÜSİAD-Präsident Orhan Turan lauteten wie folgt:

"Wir schaffen eine Grundlage dafür, wie wir unsere nationale Strategie bei globalen Transformationen gestalten können. Wir können die Politik entwerfen, die wir für unser zweites Jahrhundert benötigen.

Hohe Wachstumsraten werden uns nicht in die Türkei führen, von der wir träumen; wir müssen alle Ungleichheiten lösen. Wir haben gesehen, dass die Lösung der Probleme durch ein regelbasiertes und datengestütztes Verwaltungssystem sowie durch Partizipation erfolgt.

Es ist offensichtlich, dass das zunehmend komplexer und schwieriger werdende geopolitische Umfeld einen positiven Einfluss auf die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU hat. Wir erwarten, dass die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei in allen Bereichen auf der Grundlage von Vertrauen und Konsens stattfinden."



Nachrichtenquelle: 12punto

Mindestlohn TÜSİAD Tuncay Özilhan TÜSİAD-Präsident Orhan Turan