Welche Entscheidung wird bei der PPK-Sitzung fallen? Termin für die Zinssenkung der Zentralbank genannt
Wirtschaftsjournalist Erdal Sağlam äußerte sich zur Zinssenkung der Zentralbank. Sağlam erklärte, dass mit einem Beginn der Zinssenkungen gegen Jahresende gerechnet werde, und betonte, dass die Inflationserwartungen trotz eines Rückgangs weiterhin unzureichend seien.
Der geldpolitische Ausschuss (PPK) der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) wird am Donnerstag, den 19. September, unter dem Vorsitz von Zentralbankpräsident Fatih Karahan tagen.
Die Zinsentscheidung wird am selben Tag um 14.00 Uhr bekannt gegeben. Bei der PPK-Sitzung im vergangenen Monat wurde der Leitzins bei 50 Prozent belassen.
Während die Frage, wann die TCMB mit der Zinssenkung beginnen wird, für Spannung sorgt, äußerte sich der ANKA-Wirtschaftskoordinator Erdal Sağlam zu diesem Thema.
In seiner wöchentlichen Wirtschaftsanalyse erklärte Sağlam, dass eine Zinssenkung erst gegen Jahresende zu erwarten sei und die Inflationserwartungen trotz ihres Rückgangs weiterhin unzureichend blieben.
Sağlams Einschätzungen lauten wie folgt:
''Unsere Zentralbank tagt ebenfalls am Donnerstag, doch eine Entscheidung zur Zinssenkung wird nicht erwartet. Die Erklärung nach der Zinssitzung wird jedoch von den Märkten genau beobachtet werden. Denn es wird erwartet, dass die Zentralbank innerhalb weniger Monate mit der Zinssenkung beginnt, doch der Zeitpunkt ist umstritten. Genau deshalb wird in der Zinsmitteilung nach Hinweisen auf den Zeitpunkt der Senkung gesucht werden.
Es ist fraglich, ob der Satz „bei Bedarf wird eine zusätzliche Straffung vorgenommen“, der in den letzten Erklärungen der Zentralbank stets enthalten war, diesmal wieder im Text auftaucht. Sollte dieser Satz wegfallen, wäre dies ein Signal dafür, dass man sich auf eine Zinssenkung bei der Sitzung im Oktober oder November vorbereitet. Bleibt dieser Satz unverändert, wird man in den Zeilen zwischen den Worten erneut nach Anzeichen dafür suchen, worauf die Zentralbankführung bei einer Entscheidung zur Zinssenkung achten wird.
Ökonomen und Marktanalysten erwarten neben der Erklärung auch, dass die am 3. Oktober veröffentlichten Inflationszahlen für September eine wichtige Rolle beim Zeitpunkt der Zinssenkung spielen werden. Die Teilnehmer der Markterwartungsumfrage haben für September eine Inflationsrate von 2,2 Prozent prognostiziert. Im neu veröffentlichten mittelfristigen Programm (OVP) wurde die Inflationsprognose für das Jahresende von 38 Prozent auf 41,5 Prozent angehoben. Sollte sich die Inflationserwartung des Marktes für September bewahrheiten, wird geschätzt, dass die Inflation zum Jahresende zwar nicht den im OVP genannten Wert erreicht, aber auf 43 Prozent sinken könnte.
ERWARTUNGEN SINKEN, SIND ABER WEITERHIN UNZUREICHEND
Wir haben gesehen, dass die Teilnehmer der Inflationserwartungsumfrage der Zentralbank ihre Prognose für das Jahresende 2024 von 43,31 Prozent im Vormonat auf 43,14 Prozent gesenkt haben. In derselben Umfrage sank die VPI-Erwartung für die nächsten 12 Monate von 28,71 Prozent im vorangegangenen Umfragezeitraum auf 27,49 Prozent.
Da wir uns dem Jahresende 2024 nähern, ist es sehr normal, dass sich die Inflationserwartungen der Marktakteure den revidierten offiziellen Zahlen annähern. Man darf jedoch nicht vergessen, dass das im OVP festgelegte Ziel für 2025 bei 17,5 Prozent liegt, während die Erwartungen 10 Punkte darüber liegen.
Es gibt eine Annäherung der Markterwartungen an die offiziellen Zahlen, doch es ist zu erwarten, dass die Inflationserwartungen des Realsektors und der Bürger, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, ein- bis zweimal höher ausfallen könnten als die der Marktakteure. Wir haben bereits in früheren Umfragen gesehen, dass dort sehr unterschiedliche und hohe Erwartungen geäußert wurden.
Betrachtet man diese Inflationszahlen, so lässt sich sagen, dass trotz eines Zinssatzes von 50 Prozent erwartet wird, dass die Inflation innerhalb des nächsten Jahres auf die Hälfte dieses Wertes sinkt. Die aktuelle jährliche Inflation wird am 3. Oktober auf 48 Prozent sinken und damit unter den aktuellen Leitzins fallen. Wir wissen, dass Bürger bei der Berechnung des Realzinses eher auf den aktuellen Satz schauen, während Marktakteure auf das kommende Jahr blicken. Das Normale wäre, die Zahlen für das kommende Jahr als Basis zu nehmen, doch da insbesondere die Bürger kein Vertrauen in die offiziellen Inflationszahlen haben, schätzen sie die erwartete Inflation aus heutiger Sicht deutlich höher ein.
In einer normal funktionierenden Wirtschaft ist es möglich zu sagen, dass selbst jetzt, mit Blick auf das kommende Jahr, ein hoher Realzins besteht. Deshalb halten einige Ökonomen es für normal, dass die Zentralbank ab dem nächsten Monat mit Zinssenkungen beginnt. Da jedoch noch kein Vertrauen in das derzeit umgesetzte Programm zur Inflationsbekämpfung besteht, verfolgt die Zentralbank eine vorsichtige Haltung und möchte Zinssenkungen so weit wie möglich hinauszögern.
Genau dieser Punkt wird einen der Kernpunkte der in der kommenden Zeit zu erwartenden Zinssenkungsdebatten bilden. Einer der wichtigsten Gründe hierfür ist das unzureichende Vertrauen, dass die Inflation in der kommenden Zeit auf die offiziellen Prognosen sinken kann. Das heißt, wir sehen, dass die Sorge, dass dieses Programm jederzeit wieder aufgegeben werden könnte, weiterhin besteht."
Nachrichtenquelle: 12punto
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