Bei Ausgrabungen im Drimolen-Hauptsteinbruch nahe Johannesburg, der als „Wiege der Menschheit“ in Südafrika bekannt ist, wurde ein bemerkenswerter Fund für die Erforschung der menschlichen Evolution gemacht. Ein internationales Forschungsteam untersuchte das Fossil mit der Kennung DNH 127, bei dem es sich um ein erwachsenes Individuum des Homo erectus handeln soll.
Laut der von der La Trobe University geleiteten Studie zeigt das Fossil, dass der Homo erectus bereits vor etwa 2 Millionen Jahren in der Region lebte. Die in der Fachzeitschrift Annals of Human Biology veröffentlichte Untersuchung liefert Erkenntnisse, die den bekannten Zeitplan der Art um etwa 200.000 Jahre weiter in die Vergangenheit verschieben.
In Drimolen war zuvor bereits ein Schädelbruchstück eines Homo erectus mit der Kennung DNH 134 gefunden worden. Da dieses Fossil jedoch von einem Kleinkind stammte, war ein Vergleich mit der Anatomie erwachsener Individuen der Art schwierig. Der neu entdeckte Fund DNH 127, der einem erwachsenen Individuum zugeordnet wird, bietet den Forschern nun eine solidere Vergleichsbasis.
ZWEI VERSCHIEDENE MENSCHENVERWANDTE ZUR GLEICHEN ZEIT
Die Studie hebt Daten hervor, wonach in der Region Drimolen zur gleichen Zeit wie der Homo erectus auch die Art Paranthropus robustus lebte. Datierungsanalysen zufolge war die Population von P. robustus in der Region vor etwa 2 Millionen Jahren etwa zehnmal so groß wie die des Homo erectus.
Es wird darauf hingewiesen, dass sich P. robustus mit großen Kieferknochen und kräftigen Zähnen entwickelte, die für den Verzehr harter und faseriger Nahrung geeignet waren, während sich die Linie des Homo erectus in Richtung kleinerer Zähne und eines größeren Gehirnvolumens entwickelte. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der zahlenmäßig unterlegene Homo erectus langfristig eine höhere Anpassungsfähigkeit bewies, während P. robustus im Laufe der Zeit ausstarb.
Experten zufolge könnten die laufenden Ausgrabungen in Drimolen neue Erkenntnisse über die frühe Ausbreitung des Homo erectus, seine Anpassung an Umweltbedingungen und die kritischen Wendepunkte in der menschlichen Evolution liefern.
Nachrichtenquelle: 12punto