Luftleck-Alarm auf der ISS: NASA bringt Astronauten vorsorglich in Dragon-Kapsel unter
Während der geplanten Reparaturarbeiten an einem Leck im russischen Modul brachte die NASA einige Astronauten aus Sicherheitsgründen kurzzeitig in der Dragon-Kapsel unter.
Ein seit Längerem beobachtetes Luftleck im russischen Teil der Internationalen Raumstation (ISS) führte am 5. Juni zu einer neuen Sicherheitsmaßnahme. Die NASA wies einige Astronauten an, während der Reparaturvorbereitungen durch Roskosmos kurzzeitig in der SpaceX Crew Dragon-Kapsel zu warten.
Das Kontrollzentrum der NASA in Houston gab der vierköpfigen Crew-Dragon-Besatzung, die sich seit Februar auf der Station befindet, die Anweisung, in die Kapsel zu wechseln. Auch der NASA-Astronaut Chris Williams, der im November mit einer Sojus-Raumkapsel zur ISS gelangte, wurde in diese Vorsichtsmaßnahme einbezogen.
Im Mittelpunkt der Maßnahme steht der als PrK bezeichnete Übergangsbereich im russischen Swesda-Modul. In diesem Bereich, der den Kopplungsstutzen mit dem Rest des Moduls verbindet, wird seit Jahren ein kleines Leck beobachtet. Da Berichten zufolge das Leck in den letzten Tagen zugenommen hat, plante Roskosmos durch die Kosmonauten Sergei Kud-Swertschkow und Sergei Mikaew eine umfassendere Untersuchung.
NASA-Sprecherin Bethany Stevens erklärte, dass die Crew-Dragon-Besatzung und Chris Williams für die Dauer der Reparaturarbeiten in eine „Position höherer Sicherheit“ gebracht wurden. Der Plan änderte sich jedoch innerhalb von etwa zwei Stunden; Roskosmos führte die Reparatur nicht durch, die Kosmonauten sammelten lediglich Messdaten zur Auswertung. Daraufhin erlaubte die NASA den Astronauten, die Kapsel zu verlassen und zu ihren normalen Aufgaben zurückzukehren.
ZWEI MÖGLICHE LECKSTELLEN IDENTIFIZIERT
Nach Angaben von Roskosmos stellten die russischen Flugkontrollteams bei der Wiederherstellung des Drucks im PrK-Bereich ein Luftleck fest. Bei den Untersuchungen wurden zwei mögliche Leckstellen identifiziert. Während eine dieser Stellen mit einem provisorischen Dichtungsmaterial verschlossen wurde, laufen die Vorbereitungen für den zweiten Bereich noch.
Die russische Raumfahrtbehörde teilte mit, dass das Leck keine Bedrohung für die Station oder die Besatzung darstelle und der Luftdruck innerhalb der ISS auf normalem Niveau bleibe.
Das Problem im PrK-Bereich ist nicht neu. Die NASA und Roskosmos beobachten das betreffende Leck bereits seit Jahren. Man ging davon aus, dass die im letzten Jahr durchgeführten Reparaturen das Leck gestoppt hätten, doch bei einem Treffen des ISS-Beratungsgremiums im April stellte sich heraus, dass beide Institutionen hinsichtlich der Grundursache des Lecks immer noch nicht einer Meinung sind.
Aus diesem Grund wird die Luke zwischen dem PrK und dem Rest des Swesda-Moduls in der Regel geschlossen gehalten. Der Bereich wird nur geöffnet, wenn ein Zugang zu den angedockten Progress-Raumschiffen erforderlich ist. Die NASA gibt an, bei künftigen Arbeiten am Leck eine koordiniertere und gemeinsame Vorgehensweise mit Roskosmos entwickeln zu wollen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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