Reise zum Polarkreis mit dem Brake-by-Wire-System von Bosch
Bosch hat sein neu entwickeltes hydraulisches Brake-by-Wire-System auf einer 3.300 Kilometer langen Fernreise bis zum Polarkreis erfolgreich getestet. Das innovative Bremssystem, das die mechanische Verbindung vollständig eliminiert, hat seine Leistungsfähigkeit unter verschiedenen klimatischen Bedingungen und im realen Straßenverkehr unter Beweis gestellt.
Erfolgreicher Langstreckentest für neues Bremssystem
Bosch-Ingenieure haben die erste Reise über 3.300 Kilometer auf öffentlichen Straßen, die durch verschiedene Klimazonen führte, erfolgreich abgeschlossen.
Das Brake-by-Wire-System ersetzt die mechanische Verbindung zwischen Bremspedal und Bremssystem vollständig durch elektrische Signalleitungen.
Bosch hat bereits Aufträge von verschiedenen Fahrzeugherstellern erhalten und plant, die Technologie ab Herbst 2025 auf den Markt zu bringen.
Bosch erwartet, dass bis zum Jahr 2030 weltweit 5,5 Millionen Fahrzeuge mit einem Brake-by-Wire-System ausgestattet sein werden.
Sechs Tage lang, über 3.300 Kilometer und durch verschiedene Klimazonen bis zum Polarkreis: Das Bosch-Entwicklungsteam hat auf dieser Fahrt das neue hydraulische Brake-by-Wire-System von Bosch erstmals erfolgreich auf öffentlichen Straßen getestet. Das Besondere, das das Brake-by-Wire-System von anderen Systemen unterscheidet: Diese Lösung eliminiert die mechanische Verbindung zwischen Bremspedal und Bremssystem vollständig. Der Bremswunsch des Fahrers wird über eine elektrische Verbindung mittels elektrischer Signale an das Bremssystem übertragen. Für diesen neuen Ansatz bietet Bosch eine robuste und effiziente Lösung mit zwei unabhängigen hydraulischen Bremsaktoren: einem Brake-by-Wire-Aktuator und einem ESP®. Die heutigen Bremssysteme von Bosch, wie der integrierte Bremskraftverstärker (IPB), stellen im Fehlerfall die notwendige Redundanz weiterhin über die mechanische Bremspedalverbindung sicher. Diese mechanische Verbindung zum Bremspedal über eine Betätigungsstange entfällt bei der neuen Bosch Brake-by-Wire-Systemlösung.

Bosch, führend bei Brems- und Lenksystemen, arbeitet an innovativen Systemlösungen, darunter Brake-by-Wire, dessen Markteinführung für Herbst 2025 geplant ist. Neben der hydraulischen Lösung entwickelt das Unternehmen auch ein rein elektromechanisches System. Das Unternehmen hat bereits Aufträge von verschiedenen Fahrzeugherstellern erhalten und prognostiziert, dass bis 2030 weltweit mehr als 5,5 Millionen Fahrzeuge mit einem Brake-by-Wire-System ausgestattet sein werden.
VORTEILE DES BOSCH BRAKE-BY-WİRE-SYSTEMS
Freiheit bei der Montage: Durch den Wegfall der mechanischen Verbindung müssen die Komponenten des Bremssystems nicht mehr an der Spritzwand des Fahrzeugs montiert werden. Stattdessen können die Komponenten nun an der optimalen Stelle im Hinblick auf Crashsicherheit, NVH (Geräusche, Vibrationen und Rauheit) und Fertigung platziert werden. Die Flexibilität bei der Wahl des Montageorts der Bremsaktoren trägt dazu bei, den Bedarf an unterschiedlichen Varianten für Rechts- und Linkslenkerfahrzeuge zu eliminieren. Die Brake-by-Wire-Systemtechnologie ermöglicht neue Pedalkonstruktionen mit deutlich kürzerem Pedalweg, um Platz für neue Innenraumdesigns zu schaffen.
Die Brake-by-Wire-Systemlösung von Bosch basiert auf bewährter Bremssystemtechnologie und besteht aus einer Kombination aus Brake-by-Wire-Aktuator (BWA) und ESP®. Das mechanisch reduzierte Design spart Bauraum und reduziert das Gewicht des Bremssystems. Da sowohl der Brake-by-Wire-Aktuator (BWA) als auch das ESP® auf voneinander unabhängigen Leitungen arbeiten können, lässt sich im Fehlerfall der erforderliche Bremsdruck für alle vier Räder des Fahrzeugs aufbauen. Daher ist die Bosch-Lösung auch für autonome Fahrzeuge geeignet, da die Sicherheit des Bremssystems gewährleistet bleibt.
Erfolgreicher Langstreckentest liefert wertvolle Daten für die weitere Entwicklung
Das Brake-by-Wire-System wird am Bosch-Standort in Abstatt bei Heilbronn entwickelt. Die Fernreise des Entwicklungsteams begann im Südwesten Deutschlands und führte über Hamburg, Kopenhagen und Stockholm sowie ein Stück innerhalb des Polarkreises bis zum Bosch-Wintertestzentrum Vaitoudden in Arjeplog im Norden Schwedens. Basierend auf einem umfassenden Sicherheitskonzept hatte Bosch das Testfahrzeug für den Einsatz auf öffentlichen Straßen in verschiedenen Ländern angemeldet und genehmigen lassen.
Hagen Kuckert, Projektleiter für den Bosch Brake-by-Wire-Aktuator (BWA) in Abstatt, Deutschland, sagt: „Das gesamte Team hat mit unglaublicher Motivation an diesem Event gearbeitet und wir sind stolz auf diesen Erfolg. Unser hydraulisches Brake-by-Wire-System hat während der gesamten Reise perfekt funktioniert. Mit unserem ersten Langstreckentest haben wir eindrucksvoll gezeigt, dass wir ein echtes Brake-by-Wire-System sicher und erfolgreich von der Teststrecke auf die Straße bringen können. Während der Fahrt haben wir tausende Bremsvorgänge durchgeführt, wichtige Erkenntnisse und Daten zum Verhalten des Bremssystems in unterschiedlichsten Verkehrssituationen gewonnen und diese mit unseren vorherigen Simulationen abgeglichen. All diese Daten sind in die Entwicklungsarbeit eingeflossen, um unser Brake-by-Wire-System weiter zu optimieren.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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