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Spionagesoftware sorgt für Gefahr

Ersin Çahmutoğlu, Experte für Cybersicherheit bei ADEO Cyber Security, hat vor Sicherheitslücken in Apple-Produkten gewarnt.

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Spionagesoftware sorgt für Gefahr

Nachdem Kaspersky im vergangenen Juni Sicherheitslücken in iPhones entdeckt hatte, sind die Diskussionen über Sicherheitsmängel bei Apple-Produkten durch Verstöße in der Messaging-App iMessage erneut in den Fokus gerückt.

Ersin Çahmutoğlu, Experte für Cybersicherheit bei ADEO Cyber Security, erklärte gegenüber einem AA-Korrespondenten, dass im vergangenen Juni vier verschiedene Sicherheitslücken in iPhones und anderen Apple-Produkten identifiziert wurden.

Çahmutoğlu wies darauf hin, dass der russische Geheimdienst FSB und Kaspersky diese Entdeckung gemacht hätten und die Lücken als äußerst kritisch einzustufen seien. Er sagte: „Eine der Lücken ermöglicht es, über die iMessage-App Schadsoftware mittels einer angehängten Datei zu versenden. Die anderen Lücken befinden sich auf der grundlegenden Betriebssystemebene der iPhones, dem sogenannten Kernel. Diese Schwachstellen wurden in einer Einheit entdeckt, die als Brücke zwischen Hardware und Software fungiert und Sicherheitslayer enthält. Da es sich um die Kernebene handelt, sind diese Lücken weitaus kritischer. Die Spionagesoftware, die über diese Lücken eingeschleust wird, arbeitet auf dem Gerät, ohne jegliche Anzeichen zu hinterlassen. Auch der Infektionsprozess ist bemerkenswert. Es ist keine Interaktion des Ziels erforderlich. Das heißt, man muss nichts anklicken oder öffnen. All dies macht diese Lücken so gefährlich, da diejenigen, die sie ausnutzen, sowohl die Kontrolle über das Telefon übernehmen als auch die darin enthaltenen Daten abgreifen können.“

„Sie können jederzeit auf die Geräte zugreifen“

Çahmutoğlu erklärte, dass es sich laut Kaspersky bei diesem Vorfall zwar nicht um Absicht handele, der Fehler jedoch kein einfacher sei. Er fügte hinzu: „Der russische Geheimdienst FSB behauptet hingegen offen, dass es sich um eine Hintertür handelt, die direkt vom US-Geheimdienst NSA bei Apple angefordert wurde. Der Grund für diese zwei unterschiedlichen Ansätze liegt in politischen und kommerziellen Interessen. Hinter dieser Angelegenheit stecken tiefgreifendere Themen. Wenn wir uns die technischen Daten ansehen, können wir sagen, dass es sich um eine Hintertür handelt. Denn es gibt eine jahrelange Cyber-Spionageoperation, und das können – abgesehen von den stärksten Hackern – nicht einmal Staaten mit mittlerer Cyber-Kapazität durchführen. Alle Zeichen deuten auf die USA hin.“

Çahmutoğlu wies darauf hin, dass die US-Geheimdienste dank dieser Lücke jederzeit auf die Geräte zugreifen könnten, und bewertete dies wie folgt: „Technische Untersuchungen, die über diese kritischen Lücken durchgeführt wurden, zeigen dies. Wir sehen eine sehr komplexe und qualifizierte Operation. Auch in den Erkenntnissen wird dies erwähnt.“

Çahmutoğlu teilte mit, dass die BTK eine Untersuchung zu dem Thema eingeleitet habe und Informationen von Apple angefordert worden seien. Er merkte zudem an:

„Ich möchte besonders betonen: Die Erkenntnisse der Türkei decken sich möglicherweise nicht mit denen von Kaspersky. Auch wenn wir bei der Betrachtung der Befehls- und Kontrollserver, die im Nationalen Zentrum für Cyber-Vorfälle (USOM) erfasst sind und bei der besagten Cyber-Spionageoperation verwendet wurden, die gleichen Daten wie im Kaspersky-Bericht sehen, könnte es hier noch zusätzliche Umstände geben. Das heißt, das USOM könnte über Erkenntnisse verfügen, die über die von Kaspersky und dem russischen Geheimdienst FSB hinausgehen. Wir könnten sogar mit einem völlig anderen Vorfall konfrontiert sein. Die Details konnten wir noch nicht einsehen. Das werden wir im weiteren Verlauf erfahren.“


Nachrichtenquelle: AA

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