Tektonische Spaltung in Ostafrika beschleunigt sich: Ein neues Landstück formt sich
Der Rückgang der Wasserspiegel in ostafrikanischen Seen und die klimatischen Veränderungen der letzten Jahrtausende haben dazu geführt, dass sich der große tektonische Graben in der Region schneller als erwartet ausweitet.
Tief unter der Oberfläche Ostafrikas vollzieht sich ein geologischer Wandel, der weitaus schneller abläuft als bisher angenommen. Eine neue wissenschaftliche Studie hat verblüffende Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Klimadynamik und tektonischen Bewegungen im riesigen Rift Valley geliefert, das die Region spaltet. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der signifikante Rückgang des Wassers in den ostafrikanischen Seen zu einem spürbaren Anstieg der jährlichen Bewegungsgeschwindigkeit entlang der Verwerfungslinie geführt hat.
Experten zufolge wird normalerweise davon ausgegangen, dass große geologische Prozesse wie die Gebirgsbildung das Klima beeinflussen; diese neue Erkenntnis kehrt dieses Verhältnis jedoch um. Ein Team unter der Leitung des renommierten Wissenschaftlers Prof. Christopher Scholz von der Columbia University hat dokumentiert, dass das Klima auch tektonische Aktivitäten direkt auslösen kann. Prof. Scholz betonte die Bedeutung der Studie mit den Worten: „Normalerweise denken wir, dass die Gebirgsbildung das lokale Klima verändert, aber unsere Daten zeigen, dass auch das Klima tektonische Bewegungen direkt beeinflussen kann.“
Der Turkana-See im Herzen der Region bildete einen der Schwerpunkte der Studie. Den Forschungsergebnissen zufolge lag der Wasserspiegel vor etwa fünftausend Jahren, während der sogenannten Afrikanischen Feuchtzeit, 150 Meter höher als heute. Die riesige Wassermenge, die im Laufe der Zeit zurückwich, verringerte den Druck auf die Erdkruste, was dazu führte, dass sich die Verwerfungslinien in der Region um durchschnittlich 0,17 Millimeter pro Jahr schneller bewegten.
Auch unterirdische Magmabewegungen waren von diesem Prozess betroffen. Der durch den Rückgang des Seewassers verursachte Druckverlust führte zu einem schnelleren Schmelzen im Erdmantel und zu einer Volumenzunahme in den Magmakammern. Dies wiederum verursachte einen Anstieg der seismischen Aktivität in der Region. Prof. Scholz erklärte: „Wir beobachten eine Zunahme der Verwerfungsbildung in der Region. Das bedeutet, dass es heute deutlich häufigere Erdbeben gibt als noch vor 8.000 Jahren.“
Wissenschaftler beschränken diese interessante Wechselwirkung nicht nur auf den Turkana-See. Das Team untersucht nun die Veränderungen des Wasserspiegels im Malawisee über die letzten 1,4 Millionen Jahre, um zu verstehen, wie die Kontinentaldrift durch langfristige Klimazyklen geformt wird. Zudem wird prognostiziert, dass sich der ostafrikanische Block, der Kenia, Tansania, Äthiopien und Somalia umfasst, im Laufe der Zeit vom Hauptkontinent lösen und einen neuen Inselkontinent bilden könnte.
Diese Entwicklungen sind für die wissenschaftliche Welt von großer Bedeutung, um die komplexe Beziehung zwischen klimatischen und geologischen Prozessen zu verstehen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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