Cem Gürdeniz warnt Griechenland vor „Achilles-Schild“: Ein Vorposten Israels werden
Der pensionierte Admiral Cem Gürdeniz hat die Entscheidung Griechenlands bewertet, im Rahmen des rund 4 Milliarden Dollar schweren „Achilles-Schild“-Projekts auf israelische Systeme zu setzen. Gürdeniz betonte, dass die militärischen Beziehungen zwischen Griechenland und Israel über bloße Waffenverkäufe hinausgingen. Er warnte davor, dass Athen in eine gefährliche Lage geraten könnte, in der es bei einer möglichen Krise direkt konfrontiert wird, sollte es zu einem aktiven Teil der israelischen Strategie gegenüber der Türkei werden.
Der pensionierte Admiral Cem Gürdeniz äußerte sich in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Kanal kritisch zur Staatsverschuldung Griechenlands und den militärischen Beziehungen, die das Land zu Israel unterhält.
Gürdeniz erklärte, dass Griechenlands Hinwendung zum rund 4 Milliarden Dollar schweren „Achilles-Schild“-Projekt, das auf israelischen Systemen basiert, trotz einer Staatsverschuldung von etwa 138 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht nur eine kostspielige Aufrüstungsentscheidung sei.
Gürdeniz betonte, dass Israel Griechenland zunehmend zu einem militärischen Partner und einem seiner vorgeschobenen Elemente im östlichen Mittelmeer mache, im Rahmen einer indirekten Eindämmungsstrategie gegen die Türkei. Er unterstrich, dass die militärischen Beziehungen zwischen Griechenland und Israel mittlerweile weit über Waffenverkäufe hinausgingen.
„Die Beziehungen gehen über Waffenverkäufe hinaus“
Laut Gürdeniz entwickeln sich die militärischen Beziehungen zwischen Griechenland und Israel in Richtung gemeinsamer Übungen, Geheimdienstaustausch, operativer Koordination und dem Bestreben, die See- und Luftmacht der Türkei einzuschränken.
Gürdeniz wies jedoch darauf hin, dass Athen ein großes strategisches Risiko übersehe: Während Israel kalkuliere, durch Griechenland Druck auf die Türkei auszuüben, ignoriere man die Initiative der Türkei, den geografischen Rahmen eines möglichen Konflikts zu erweitern und eine horizontale Eskalation herbeizuführen.
„Es gibt keine Garantie, dass der Konflikt nur in der von Israel bevorzugten Geografie bleibt“
Cem Gürdeniz äußerte sich auch bemerkenswert zu einem möglichen Konflikt zwischen der Türkei und Israel.
Er betonte, es gebe keinerlei Garantie dafür, dass ein türkisch-israelischer Konflikt nur in Syrien oder im östlichen Mittelmeer und unter den von Israel bevorzugten Bedingungen bleibe. Gürdeniz merkte an, dass mit der zunehmenden Rolle Griechenlands als aktiver Teil der israelischen Militärstrategie gegen die Türkei auch das Risiko steige, dass Griechenland in einer möglichen Krise für die Türkei zu einer natürlichen zweiten Front und einem Bedrohungsgebiet werde.
Gürdeniz betonte zudem, dass die materiellen Grundlagen des Kräftegleichgewichts nicht vergessen werden dürften.
Hinweis auf die militärische Kapazität von Griechenland und Israel
Gürdeniz erklärte, dass Griechenland über keine breite und nachhaltige militärisch-industrielle Produktionsbasis verfüge. Israel hingegen habe trotz seiner Hochtechnologie und hohen Feuerkraft, wie im Iran-Krieg zu beobachten war, begrenzte Möglichkeiten hinsichtlich der materiellen und personellen Ressourcen, die für einen langwierigen Krieg an breiter Front erforderlich wären.
Gürdeniz stellte fest, dass die größte strategische Stütze beider Länder die politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch die USA und Europa sei, fügte jedoch hinzu, dass die Welt nicht mehr die Ära der Unipolarität sei.
Gürdeniz erklärte, dass die relative globale Vorherrschaft der USA sowie das wirtschaftliche, militärische und demografische Gewicht Europas erodierten, und wies darauf hin, dass diese Entwicklungen historisch gesehen beunruhigende Ähnlichkeiten aufwiesen.
Vergleich mit 1919: „Den Preis zahlte das arme griechische Volk“
Gürdeniz erinnerte daran, dass auch 1919 die britische Hegemonie trotz des Sieges im Ersten Weltkrieg ihren Zenit bereits überschritten hatte.
Dennoch habe Griechenland im Vertrauen auf die anhaltende Unterstützung der Großmächte das Abenteuer in Kleinasien gewagt. Am Ende des Prozesses hätten sich die geopolitischen Kalkulationen der Großmächte geändert, doch den militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Preis dafür habe Griechenland, oder vielmehr das arme griechische Volk, gezahlt, so Gürdeniz.
„Israels strategische Tiefe zu sein, bietet möglicherweise keine Sicherheit“
Gürdeniz warnte, dass es Griechenland heute keine Sicherheit bieten könne, die strategische Tiefe Israels zu sein. Im Gegenteil, dies könne Griechenland in eine äußerst gefährliche Lage bringen, in der es um Israels willen direkt mit der Türkei konfrontiert werde.
Am Ende seines Beitrags betonte Gürdeniz, dass das grundlegende Problem für Griechenland die tatsächlichen Konsequenzen seiner Sicherheitspolitik seien, und zog folgendes Fazit:
„Erhöht es wirklich die Sicherheit Griechenlands, der Vorposten der israelischen Eindämmungsstrategie gegen die Türkei zu sein, oder macht es das Land zu einem Staat, der den Preis für die Kalkulationen eines anderen Staates gegenüber der Türkei zahlt?
Das ist die Frage, die beantwortet werden muss.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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