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Greenpeace: 15 Prozent der in Istanbuler Supermarktketten gekauften Tomaten enthalten gesetzeswidrige Pestizide

Greenpeace Türkei gab bekannt, dass in 3 von 20 Tomatenproben, die in 5 Supermarktketten in Istanbul entnommen wurden, gesetzeswidrige Pestizide festgestellt wurden.

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Greenpeace: 15 Prozent der in Istanbuler Supermarktketten gekauften Tomaten enthalten gesetzeswidrige Pestizide

Greenpeace Türkei hat im Rahmen seiner Kampagne „Was ist drin?“ die Analyseergebnisse von Tomatenproben veröffentlicht, die in Supermarktketten in Istanbul gekauft wurden. Nach Angaben der Organisation wurden 20 Tomatenproben, die aus 5 Supermarktketten in Sultanbeyli, Sancaktepe, Ataşehir und Kadıköy stammten, in einem international akkreditierten Labor untersucht.

Die Analysen ergaben, dass in 3 der Proben, also in 15 Prozent, gesetzeswidrige Pestizide verwendet wurden. Es wurde mitgeteilt, dass in 2 der 3 Produkte, bei denen ein Verstoß gegen die Vorschriften festgestellt wurde, nicht zugelassene Wirkstoffe gefunden wurden und diese Produkte laut den Informationen des Markt-Registrierungssystems (Hal Kayıt Sistemi) im Regal mit dem Logo für „Gute Landwirtschaft“ gekennzeichnet waren.

Greenpeace Türkei gab zudem bekannt, dass in einem Produkt der Wirkstoff Chlorfenapyr nachgewiesen wurde, der seit dem 31. Dezember 2010 vollständig verboten ist. In der Studie wurde außerdem festgestellt, dass in 7 der 20 Produkte mehr als 3 verschiedene Pestizide enthalten waren.Tarlada yetişen yeşil domateslerin görüldüğü bir tarım alanı.

PFAS UND DER „COCKTAIL-EFFEKT“ IM FOKUS

In der Untersuchung, bei der auch Pestizide mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) – die als Risiko für die Kindergesundheit gelten – analysiert wurden, wurde festgestellt, dass in 14 der 20 Proben mindestens eine PFAS-haltige Substanz enthalten war. Lediglich in einer der Proben wurden keinerlei Pestizidrückstände gefunden.

Neben den Analyseergebnissen erstellte Greenpeace Türkei auch ein „Markt-Zeugnis“, in dem die Pestizid-Politik der Supermarktketten bewertet wurde. In diesem Zeugnis entfielen 75 Punkte auf die öffentlich erklärten politischen Verpflichtungen der Märkte und 25 Punkte auf die Ergebnisse der in unabhängigen Laboren getesteten Produkte.

Die Organisation forderte von den organisierten Einzelhandelsketten volle Transparenz in der Lieferkette für frisches Obst und Gemüse, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber dem durch Pestizide verursachten „Cocktail-Effekt“, die Anwendung strengerer Rückstandsgrenzwerte sowie den Schutz des Wohlergehens der Landwirte.

Greenpeace forderte zudem die Standardisierung unabhängiger Laborkontrollen in der Lieferkette für frisches Obst und Gemüse sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse. Es wurde vorgeschlagen, bei einem Produkt selbst unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte maximal 3 verschiedene Pestizidwirkstoffe zuzulassen und die internen Standards der Märkte für maximale Rückstandsgrenzwerte 20 Prozent unter den staatlich festgelegten Grenzwerten zu halten.

„Der Zugang zu pestizidfreien Lebensmitteln ist ein Recht. Für Supermarktketten, die laut offiziellen Daten bereits 2021 fast 60 Prozent des Marktes kontrollierten, ist der Aufbau einer Kontrollinfrastruktur weder kostspielig noch unmöglich.“

Berkan Özyer, Direktor von Greenpeace Türkei, erinnerte daran, dass das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in seinen Daten für den Zeitraum 2021-2023 bekannt gegeben hatte, dass bei Kontrollen von 55 Produkten von 246.946 entnommenen Proben in 6.369 Fällen Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Özyer erklärte, dass die Kampagne in der neuen Phase die organisierten Einzelhandelsketten, die eine entscheidende Position in der Lieferkette einnehmen, in den Fokus rücke.


Nachrichtenquelle: 12punto

Greenpeace Türkei Pestizid Tomate Istanbul Lebensmittelsicherheit PFAS Gute Landwirtschaft