Warnung der Ärztekammer Istanbul zu Vorwürfen von Verletzungen des Rechts auf Gesundheitsversorgung in Gefängnissen
Die Ärztekammer Istanbul (İTO) gab an, zahlreiche Beschwerden über die Gesundheitsrechte von Gefangenen erhalten zu haben, und wies auf Probleme bei Lebensbedingungen, Medikamentenzugang und Untersuchungen in Handschellen hin.
Die Ärztekammer Istanbul (İTO) hat bekannt gegeben, dass sie in den letzten Monaten zahlreiche Anfragen und Beschwerden zu Praktiken erhalten hat, die das Recht auf Gesundheitsversorgung von inhaftierten Personen in Gefängnissen negativ beeinflussen. In einer schriftlichen Stellungnahme der Kammer wurden insbesondere die Lebensbedingungen in den sogenannten „Brunnen-Gefängnissen“ (kuyu tipi), die berichteten Probleme beim Zugang zu Medikamenten sowie die Praxis der medizinischen Untersuchung in Handschellen thematisiert.
In der Erklärung wurde betont, dass Gesundheit eines der grundlegendsten Menschenrechte sei und dass auch Personen, denen die Freiheit entzogen wurde, dieses Recht gleichermaßen in Anspruch nehmen müssten. Die İTO teilte mit, dass sie die eingegangenen Beschwerden als wichtig für die Information der Öffentlichkeit und den Schutz der Gesundheitsrechte von Gefangenen erachte.
Den von der İTO weitergeleiteten Berichten zufolge dürfen Gefangene in den „Brunnen-Gefängnissen“ durchschnittlich nur zwei Stunden täglich an die frische Luft, die Wohnbereiche seien extrem klein und die Inhaftierten würden in etwa 8 Quadratmeter großen Zellen isoliert festgehalten. Die Kammer merkte an, dass diese Bedingungen im Hinblick auf ein menschenwürdiges Leben und das Recht auf Gesundheit ernsthaft bewertet werden müssten.
AUFMERKSAMKEIT AUF HUNGERSTREIKS GELENKT
In der Erklärung wurde zudem darauf hingewiesen, dass die İTO Berichte über zunehmenden Druck in den Gefängnissen sowie Vorwürfe von Misshandlungen und Folter erhalten habe. Aufgrund dieser Bedingungen befänden sich derzeit sechs Gefangene im Marmara L-Typ-Gefängnis im Hungerstreik.
Die İTO erklärte, dass sich Tacettin Erol Şahin und Cem Dursun am 125. Tag ihres Hungerstreiks befänden; Cemil Kurt, Emircan Yazı, Hasan Basri Yıldız und Engin Ateş befänden sich in einem unbefristeten Hungerstreik. In der Erklärung, in der betont wurde, dass Hungerstreiks mit ernsthaften lebensbedrohlichen Risiken verbunden seien, wurde gefordert, dass der Gesundheitszustand der streikenden Personen regelmäßig von einem unabhängigen Ärzteteam bewertet werden müsse.
In den Beschwerden wurde zudem berichtet, dass Gefangene zeitweise über lange Zeiträume keinen Zugang zu Medikamenten hätten, die sie regelmäßig einnehmen müssten. Die İTO erklärte, dass Unterbrechungen bei Behandlungen, die bei unregelmäßiger Einnahme schwerwiegende Folgen haben könnten, nicht akzeptabel seien, und stellte fest: „Es darf nicht zugelassen werden, dass sich der Gesundheitszustand eines Inhaftierten aufgrund von Gefängnisbedingungen verschlechtert.“
Die Untersuchung in Handschellen sowie die Anwesenheit von Sicherheitskräften während der medizinischen Untersuchung waren weitere zentrale Punkte der Erklärung. Es wurde auf Vorwürfe hingewiesen, wonach Gefangene, die eine Untersuchung in Handschellen ablehnen, mit Sanktionen wie Besuchsverboten oder Verlegungen in andere Gefängnisse konfrontiert würden.
Die Ärztekammer Istanbul betonte, dass Inhaftierte wie alle anderen Patienten unter Wahrung ihrer Privatsphäre, menschenwürdig und unter den Bedingungen, die der ärztliche Beruf erfordert, untersucht werden müssen. In der Erklärung wurde festgehalten, dass Sicherheitsbedenken nicht als Begründung für die Verletzung der Patientenprivatsphäre und der beruflichen Unabhängigkeit der Ärzte dienen dürften.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Entscheidung des Staatsrats zum Polizisten, der ein Kind im Streifenwagen missbrauchte
Tedescos Bologna-Abenteuer beginnt schlecht
Überraschung für Galatasaray-Fans am Flughafen bei der Ankunft von Deniz Gül!
Fenerbahçe dementiert Greenwood-Gerüchte
Eine neue Messschicht in der Cybersicherheit: Metric Maestro
Fatih Altaylı schreibt über die Mansur-Yavaş-Gerüchte in den Kulissen von Ankara
Starmer gibt nach dem Amt des Premierministers auch sein Abgeordnetenmandat auf
Gibt es ein Problem mit der „Impulskontrolle“?
Welche Aussagen des TRNZ-Führers sind korrekt?
Von der These der „Demokratisierung der Geschichte“ zur fiktiven Geschichte