Immer mehr Schiffe ändern ihre Route im Roten Meer
Während die Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen auf Handelsschiffe im Roten Meer den Welthandel bedrohen, entscheiden sich immer mehr Reedereien dazu, ihre Routen neu zu planen oder ihre Fahrten ganz einzustellen.
Die Angriffe der Huthis gefährden die Durchfahrt durch den Suezkanal, der das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet, die kürzeste Route zwischen Europa und Asien darstellt und über den etwa 12 Prozent des Welthandels abgewickelt werden.
Während Schifffahrtsbehörden vor Fahrten in der Region warnen, mehren sich die Erklärungen von Transportunternehmen, dass sie ihre Fahrten ausgesetzt oder die Routen ihrer Schiffe geändert haben.
170 SCHIFFE HABEN IHRE ROUTE UM AFRIKA GELEITET
Das US-amerikanische Transportunternehmen C.H. Robinson teilte mit, dass in der vergangenen Woche mehr als 25 Schiffe vom Suezkanal in Richtung Kap der Guten Hoffnung umgeleitet wurden.
In der Erklärung hieß es: „Es ist wahrscheinlich, dass diese Zahl aufgrund der anhaltenden Kriegsrisiken im Roten Meer und der Dürre am Panamakanal weiter steigen wird.“
Darüber hinaus gab das US-Logistikunternehmen Flexport bekannt, dass Unternehmen bis zum 20. Dezember 170 Schiffe um die Südspitze Afrikas umgeleitet und 35 Schiffe ihre Fahrten gestoppt haben.
In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass diese Situation bei den meisten aktuellen Transporten zu großen Verzögerungen führt und für die Routen zwischen Asien und Europa sowie zwischen Asien und der US-Ostküste mit längeren Transitzeiten zu rechnen ist.
ZUSATZGEBÜHREN EINGEFÜHRT
Unterdessen kündigte Hapag-Lloyd, Deutschlands größte Containerschifffahrtsgesellschaft, an, im neuen Jahr für Transporte von und in den Nahen Osten Zusatzgebühren zu erheben.
In einer Mitteilung auf der Website des Unternehmens wurde angegeben, dass ab dem 1. Januar ein saisonaler Aufschlag für Fahrten von Asien und Ozeanien in die Region des Roten Meeres erhoben wird.
Zudem wurde erklärt, dass ab Jahresbeginn auch für Transporte aus der Region Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Jemen nach Asien und Ozeanien spezielle Zusatzgebühren anfallen und diese ab dem 22. Januar auch auf die Route zwischen Indien, dem Nahen Osten und Nordamerika ausgeweitet werden.
In der Erklärung wurde angegeben, dass die Zusatzgebühren je nach Route und Containergröße zwischen 250 und 1000 US-Dollar pro Container variieren werden.
Die dänische Reederei Maersk hatte bereits zuvor zusätzliche Transportgebühren für Container angekündigt, und auch das französische Unternehmen CMA CGM hatte eine ähnliche Maßnahme bekannt gegeben.
LIEFERKETTENKRISE
Der Anführer der Huthis im Jemen, Abdul-Malik al-Houthi, hatte am 14. November in einer Fernsehansprache gedroht, dass sie israelische Schiffe im Roten Meer ins Visier nehmen könnten. Der militärische Sprecher der Huthis, Yahya Saree, kündigte am 19. November auf seinem X-Social-Media-Account an, dass sie als Reaktion auf die Angriffe Israels auf den blockierten Gazastreifen jedes Schiff unter israelischer Flagge angreifen würden.
Anschließend verübten die Huthis Drohnen- und Raketenangriffe auf zwei israelische Schiffe namens „Unity Explorer“ und „Number Nine“ in der Straße von Bab al-Mandab.
Das CENTCOM gab am 4. Dezember auf der Social-Media-Plattform X bekannt, dass in internationalen Gewässern im südlichen Roten Meer vier Angriffe auf drei Handelsschiffe verübt wurden.
Nach der Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region haben die weltweit größte Containerreederei, die italienisch-schweizerische Mediterranean Shipping Company (MSC), die dänische Reederei Maersk, das deutsche Transportunternehmen Hapag-Lloyd, die französische Reederei CMA CGM und der britische Energiekonzern bp alle Fahrten durch das Rote Meer ausgesetzt.
Die Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer und die nacheinander getroffenen Entscheidungen der Unternehmen haben die Sorge vor einer neuen „Lieferkettenkrise“ in der Weltwirtschaft verstärkt.
Während die US-Regierung am 18. Dezember die Gründung einer multinationalen Mission gegen die zunehmenden Angriffe der Huthis auf internationale Schiffe im Roten Meer bekannt gab, wurde berichtet, dass sich auch die Europäische Union (EU) darauf vorbereitet, sich der Initiative der USA zur Gewährleistung der Sicherheit von Handelsschiffen im Roten Meer anzuschließen.
Nachrichtenquelle: AA
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