Das Gebäude in Melbourne, das seinen „eigenen Regen“ erzeugt: Lufttemperatur kann um bis zu 13 Grad gesenkt werden
Die im Council House 2 in Melbourne eingesetzten Türme zielen darauf ab, die Klimaanlagenlast zu reduzieren, indem sie die Luft durch künstlichen Regen abkühlen.
Das Council House 2 (CH2) Gebäude in der australischen Stadt Melbourne macht mit einem außergewöhnlichen Kühlsystem auf sich aufmerksam, das darauf abzielt, den herkömmlichen Einsatz von Klimaanlagen zu reduzieren. Fünf Türme an der Südfassade des etwa 12.500 Quadratmeter großen, zehnstöckigen Gebäudes kühlen die Luft auf natürliche Weise durch künstlich erzeugten Regen im Inneren ab.
Die Türme, die jeweils etwa 13 Meter hoch sind und einen Durchmesser von 1,4 Metern haben, saugen die heiße Außenluft von oben an. Das Wasser, das von der Spitze der Türme nach unten gesprüht wird, bewegt sich zusammen mit der Luft nach unten. Dabei verdunstet ein Teil der Wassertropfen und entzieht der Umgebung Wärme, wodurch die Luft im Inneren des Turms abkühlt.
Die abgekühlte Luft wird anschließend in die Bereiche im Erdgeschoss des Gebäudes geleitet. Das System arbeitet besonders bei trockenem Wetter effizienter, da der Kühleffekt durch Verdunstung bei niedriger Luftfeuchtigkeit zunimmt.

EIN INTEGRIERTES SYSTEM ZUR REDUZIERUNG DER KLIMAANLAGENLAST
Tests haben gezeigt, dass die Temperatur der durch die Türme strömenden Luft je nach Bedingungen um 4 bis 13 Grad gesenkt werden kann. In einem der Versuche wurde berichtet, dass Luft, die mit einer Temperatur von 40,9 Grad in den Turm eintrat, auf 26,8 Grad abgekühlt wurde.
In dem System kühlt nicht nur die Luft ab, sondern auch das Wasser, das durch die Türme fließt. Das Wasser, das auf etwa 12 Grad abkühlen kann, wird wieder in die Kühlinfrastruktur des Gebäudes geleitet, was die Nutzung derselben Ressource in verschiedenen Phasen ermöglicht.
Die fünf Türme sind keine eigenständige Lösung, die darauf ausgelegt ist, das gesamte Gebäude allein zu kühlen. Im CH2 kommen Methoden wie Kühldecken, natürliche Belüftung, bewegliche Sonnenschutzvorrichtungen, die Wärmespeicherfähigkeit von Beton und Nachtlüftung gemeinsam zum Einsatz.
Wenn die Außenluft nachts ausreichend abkühlt, wird die tagsüber gespeicherte Wärme nach außen abgeführt. Die Sonnenschutzvorrichtungen an der Fassade verhindern zudem eine Überhitzung des Gebäudes, indem sie direktes Sonnenlicht begrenzen. Wenn die umweltfreundlichen Systeme des Gebäudes zusammen betrachtet werden, wird eine Reduzierung des Energieverbrauchs um etwa 80 Prozent und des Wasserverbrauchs um bis zu 75 Prozent erreicht.
Nachrichtenquelle: 12punto
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