Ali Yerlikaya erläutert Migrationspolitik: 'Das Problem an der Wurzel lösen'
Innenminister Ali Yerlikaya gab bekannt, dass im Rahmen der neuen Migrationspolitik die Adressüberprüfungen für Syrer mit vorübergehendem Schutzstatus abgeschlossen seien. Yerlikaya wies darauf hin, dass 396.738 Syrern eine letzte Frist zur Adressaktualisierung eingeräumt wurde; andernfalls würden Sozialleistungen und öffentliche Dienste ausgesetzt.
Innenminister Ali Yerlikaya erläuterte gegenüber der Zeitung Sabah die Details der aktualisierten Migrationspolitik. Yerlikaya erklärte, dass die Adressüberprüfungen für Syrer mit vorübergehendem Schutzstatus abgeschlossen seien. 396.738 Syrern werde eine letzte Frist zur Adressaktualisierung eingeräumt.
SOZIALLEISTUNGEN UND ÖFFENTLICHE DIENSTE WERDEN AUSGESETZT
Yerlikaya betonte, dass für Syrer, die ihre Adresse nicht aktualisieren, Sozialleistungen und öffentliche Dienste ausgesetzt werden. Syrer, von denen in den letzten fünf Jahren keinerlei Informationen oder Aktivitäten in der Türkei vorliegen, werden aus dem Register gestrichen.
WIR MÜSSEN DAS PROBLEM AN DER WURZEL LÖSEN
Innenminister Yerlikaya erklärte, dass die Strategie zur Bekämpfung irregulärer Migration und Schleuserei auf den Prinzipien "Lösung des Problems an der Wurzel, wirksame Grenzsicherungsmaßnahmen, Aufgriffe im Landesinneren, Bekämpfung irregulärer Arbeitsmigration und ein effektiver Abschiebe-Mechanismus" basiere.
Yerlikaya gab an, dass sich in der Türkei 4.437.329 registrierte Ausländer aufhalten, von denen 3.103.000 Syrer seien. Zudem leben 1.109.000 Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und 224.000 Personen unter internationalem Schutz im Land.
Yerlikaya teilte mit, dass man ein neues Projekt gestartet habe, um lange Warteschlangen bei den Migrationsbehörden zu vermeiden; künftig könnten Aufenthaltserlaubnisse auch bei Notaren beantragt werden. Zudem würden die Aufenthaltserlaubnisse von über 100.000 ausländischen Studierenden über die Studiensekretariate ihrer Universitäten abgewickelt.
'WIE MAN GEKOMMEN IST, SO GEHT MAN AUCH WIEDER'
Minister Yerlikaya erklärte, dass aus 95 Ländern visumfrei in die Türkei eingereist werden könne und Personen, die als Touristen kommen, nach einer gewissen Zeit eine Aufenthaltserlaubnis beantragen könnten. Er sagte: "Unsere Politik lautet: Mit welcher Absicht du gekommen bist, mit dieser Absicht gehst du auch wieder! Bist du als Tourist gekommen und möchtest als Hirte arbeiten, dann geh in dein Heimatland und beantrage dort eine Arbeitserlaubnis."
BEHAUPTUNGEN ZU 2 MILLIONEN AFRIKANERN
Yerlikaya erklärte, dass in den letzten fünf Jahren 6.620.000 Afrikaner in die Türkei gekommen seien und 6.445.000 das Land wieder verlassen hätten. Derzeit hielten sich 142.423 Afrikaner mit Aufenthaltserlaubnis in der Türkei auf. Die Zahl derjenigen mit noch gültigem Visum betrage 7.302, während die restlichen 25.109 Afrikaner als verschollen gelten.
Innenminister Yerlikaya gab an, dass bei Adressüberprüfungen festgestellt wurde, dass 731.146 Syrer nicht an ihren gemeldeten Adressen wohnen, und man diesen Personen eine Frist von 90 Tagen eingeräumt habe. Bisher hätten 203.978 Syrer ihre Adresse aktualisiert, 130.430 hätten einen Termin vereinbart, womit noch 396.738 Personen verblieben.
ÖFFENTLICHE DIENSTE WERDEN AUSGESETZT
Yerlikaya erklärte, dass den 396.738 Syrern, die ihre Adresse nicht gemeldet haben, eine weitere Frist von 14 Tagen gewährt werde und nach Ablauf dieser Zeit die öffentlichen Dienste ausgesetzt würden. "Wir sagen jetzt: letzte Glocke, letzte Station", so Yerlikaya, und fügte hinzu: "Wenn sie ins Krankenhaus oder zur Schule kommen, werden wir sagen: 'Das System hat dich ausgesetzt, geh und aktualisiere deine Adresse'."
Yerlikaya kündigte an, die 396.738 Syrer zu überprüfen und diejenigen, die in den letzten 5 Jahren keine Aktivität in der Türkei gezeigt haben, aus dem Register zu streichen. Ein Großteil dieser Personen sei nach Europa weitergezogen. Yerlikaya sagte: "Frontex gibt an, dass in den letzten fünf Jahren 996.000 Syrer nach Europa übergesetzt sind."
KEINE SYRER-REGISTRIERUNGEN SEIT 2022
Yerlikaya betonte, dass seit Juni 2022 keine neuen Syrer mehr registriert wurden. Syrer, die illegal in die Türkei einreisen, würden nicht registriert. Yerlikaya sagte: "Selbst wenn jemand über die Mauer springt und sagt 'registriere mich', führt das zu nichts."
Yerlikaya erklärte, dass man zum Schutz vor einem Terrorkorridor in Syrien und zur Verhinderung von Migration eine Sicherheitszone geschaffen habe. In den Grenzregionen lebten 7 Millionen Menschen, deren Übertritt in die Türkei nicht gestattet sei. Zudem habe man eine 911 Kilometer lange Grenzmauer errichtet.
NEUGEBORENE SYRISCHE KINDER
Ali Yerlikaya wies darauf hin, dass es eine falsche Wahrnehmung gebe, wonach in der Türkei geborene syrische Kinder keine türkischen Staatsbürger seien. Er sagte: "Ein System der Staatsbürgerschaft durch Geburt wie in den USA gibt es in der Türkei nicht."
Nachrichtenquelle: 12punto
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