Kassationsgericht bestätigt lebenslange Haftstrafe für Tuncer Ustael im Fall der Familie Palu
Im Prozess um den Tod von Melike Tahnal, die 2008 in Kocaeli verschwand, hat der Kassationsgerichtshof die lebenslange Haftstrafe für Tuncer Ustael sowie die Freisprüche bestätigt.
Im juristischen Verfahren, das in der Öffentlichkeit als „Fall der Familie Palu“ bekannt ist, wurde eine endgültige Entscheidung getroffen. Die 1. Strafkammer des Kassationsgerichtshofs (Yargıtay) befand die lebenslange Haftstrafe, die gegen den Angeklagten Tuncer Ustael im Zusammenhang mit dem Tod von Melike Tahnal verhängt wurde, die 2008 im Bezirk Körfez in Kocaeli verschwand, für rechtmäßig.
Die Kammer bestätigte das Urteil gegen Ustael wegen „Tötung eines Kindes mit bedingtem Vorsatz“ und sah auch die Freisprüche für die anderen Familienmitglieder als begründet an. Damit ist das Verfahren, das bereits die Instanzen des Lokalgerichts und des Berufungsgerichts durchlaufen hatte, rechtskräftig abgeschlossen.

Die erste Untersuchung zum Verschwinden von Melike Tahnal und ihrer Mutter Meryem Tahnal im Jahr 2008 war mangels konkreter Beweise mit einer Einstellung des Verfahrens geendet. Der Fall wurde von der Generalstaatsanwaltschaft Kocaeli von Amts wegen neu eröffnet, nachdem das Ereignis 2018 in einer Fernsehsendung erneut thematisiert worden war.
Während des Ermittlungsverfahrens wurden Tuncer Ustael und Familienangehörige am 9. Januar 2019 während einer Live-Übertragung festgenommen und den Justizbehörden überstellt. Der Fall, der von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt wurde, wurde später vor dem 6. Schwurgericht in Sakarya verhandelt.

Das Lokalgericht verurteilte Tuncer Ustael wegen „Tötung eines Kindes mit bedingtem Vorsatz“ zu lebenslanger Haft. Vom Vorwurf des „sexuellen Missbrauchs eines Kindes“ wurde Ustael hingegen freigesprochen.
Das Gericht sprach Ayşe Palu, Havva Palu, İsa Palu, Fatih Palu und Emine Ustael vom Vorwurf des „vorsätzlichen Mordes an einem Kind“ frei. Diese Entscheidungen wurden auch von der 1. Strafkammer des Regionalgerichts Sakarya als rechtmäßig bestätigt.

Die 1. Strafkammer des Kassationsgerichtshofs, die die Revisionsprüfung abschloss, wies darauf hin, dass es als erwiesen gelte, dass Melike Tahnal eine tödlich wirkende Menge Spiritus verabreicht wurde. Die Kammer befand die Einstufung dieser Handlung als „Tötung mit bedingtem Vorsatz“ für gesetzeskonform.

Der Kassationsgerichtshof entschied, die Freisprüche zu bestätigen, da hinsichtlich des Vorwurfs des qualifizierten sexuellen Missbrauchs gegen Ustael sowie hinsichtlich der Beteiligung am Mord gegen die anderen Angeklagten keine eindeutigen Beweise vorlägen.

Mit dieser Entscheidung ist die lebenslange Haftstrafe gegen Tuncer Ustael rechtskräftig geworden, während die Freisprüche für die anderen Angeklagten ebenfalls Rechtskraft erlangt haben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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