Medyaradar gibt nach zweiter Sperrung neuen Domainnamen bekannt
Nachdem gegen Medyaradar auf Beschwerde der Turkuvaz Medya eine Zugangssperre verhängt wurde, ist die Seite nun unter einer neuen Domain wieder für ihre Leser erreichbar. Medyaradar gab die neue Adresse bekannt und bat seine Leser um Unterstützung.
Nachdem gegen Medyaradar auf Beschwerde der Turkuvaz Medya eine Zugangssperre verhängt worden war, wurde vor Kurzem auch der Zugang zur neuen Domain der Seite blockiert.
Die Nachrichtenseite Medyaradar, die durch einen Beschluss des 3. Friedensgerichts von Istanbul erstmals mit einer Zugangssperre belegt worden war, hatte ihren Betrieb unter einer neuen Domain fortgesetzt. Doch infolge einer Entscheidung des 6. Friedensgerichts von Istanbul vom 13. September wurde auch diese neue Adresse für den Zugriff gesperrt.
NEUE DOMAIN-ANKÜNDIGUNG VON MEDYARADAR
Medyaradar reagierte auf die zweite Sperrung seiner Domain mit der Erklärung, dass man sich dem ausgeübten Druck nicht beugen werde und den Sendebetrieb unter einer neuen Domain fortsetzen werde.
In einem neuen Beitrag auf der Website hieß es: "Wir setzen unseren Betrieb unter medyaradar.net fort", gefolgt von den folgenden Ausführungen:
"Medyaradar wurde am 30. Juli auf Betreiben der Turkuvaz Medya Grubu, deren Vorstandsvorsitzender Serhat Albayrak, der Bruder von Präsident Erdoğans Schwiegersohn Berat Albayrak, ist, gesperrt.
Der erhobene Vorwurf lautete, man habe – wie viele andere Internetseiten auch – einen Bericht mit der Überschrift 'Die Youtube-Kanäle der Turkuvaz Medya Grubu wurden gehackt' veröffentlicht.
Die Anwälte von Herrn Serhat eilten vor Gericht und forderten die Aufhebung des Zugangs zu dem Bericht auf Medyaradar.
Das Gericht gab diesem Antrag statt.
Wir haben die Entscheidung vom 27. Juni, den Zugang zu dem Bericht zu sperren, umgehend umgesetzt.
Wir haben den Link zu dem Bericht entfernt.
*
Obwohl das Problem damit hätte erledigt sein müssen, wandten sich die Anwälte der Gegenseite erneut an das Gericht.
Sie machten die falsche Aussage: 'Medyaradar hat den Beschluss Ihres Gerichts nicht umgesetzt, wir fordern die vollständige Schließung'.
Ihr Ziel war es, Medyaradar aus dem Publikationsleben zu entfernen.
Es ist schmerzlich, dass der zuständige Richter die Schließung von Medyaradar anordnete, ohne auch nur zu prüfen, ob der Link zu dem Bericht tatsächlich noch zugänglich war oder nicht.
Noch schmerzlicher ist… dass auch der Einspruch bei einer höheren Instanz zurückgewiesen wurde!
*
Während wir als Medyaradar einerseits unsere rechtlichen Einsprüche fortsetzten, versuchten wir andererseits, diesem ungerechten Urteil zu widerstehen, indem wir unsere Zugangsadresse von www.medyaradar.com auf medyaradar.com änderten.
Doch diese Gruppe, die in der Vergangenheit aufgrund ihrer journalistisch fragwürdigen Aktivitäten häufig Gegenstand von Berichten und Kommentaren auf Medyaradar war, erwirkte diesmal dieselbe Entscheidung auch für medyaradar.com.
Das 6. Friedensgericht von Istanbul sperrte auch unsere neue Adresse.
*
In ihrem neuen Schließungsantrag gegen uns gingen die Anwälte der Turkuvaz Medya Grubu über den ursprünglichen Bericht hinaus.
Sie erhoben sachfremde Vorwürfe, die lediglich die Feindseligkeit widerspiegeln, die sie gegenüber Medyaradar hegen.
Sie maßen sich in einem Verfahren zur Zugangssperrung eines Berichts an, unsere 'rechtliche Existenz' infrage zu stellen.
Sie beschuldigten Medyaradar, das seit genau 18 Jahren unter Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen publiziert, 'rechtswidrig' zu sein, keine Internet-Nachrichtenseite zu sein, unklare Eigentumsverhältnisse zu haben und eine operative Internetseite zu sein, die darauf ausgelegt sei, Anarchie zu stiften.
Mit anderen Worten: Sie haben völlig außerhalb des Streitgegenstands unfassbare Verleumdungen verbreitet.
So wie man kein Scheidungsverfahren mit Vorwürfen führen kann, die Gegenstand eines Mordprozesses sind, haben diese Leute das Thema in einem Verfahren zur Zugangssperrung auf völlig andere Ebenen gezogen.
Sie haben die Gesetze mit Füßen getreten. Das Interessante ist, dass der zuständige Richter nicht sagte – oder vielleicht nicht sagen konnte –: 'Das ist hier nicht der richtige Ort für diese Anschuldigungen'.
*
Natürlich werden wir diese 'Vernichtungsversuche' nicht unbeantwortet lassen und alle unsere rechtlichen Möglichkeiten gegen diese Verleumdungen ausschöpfen.
Denn was uns hier angetan wird, ist ein Versuch, uns auf dem Rechtsweg zum Schweigen zu bringen, also eine juristische Schikane und ein Verbrechen.
Wir versprechen unseren geschätzten Followern, allen Freunden von Medyaradar und den Liebhabern des freien Journalismus:
Trotz derer, die versuchen, die Justiz unter ihren Einfluss zu bringen, indem sie ihre Nähe zur Regierung ausnutzen, werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Ideal des freien Journalismus noch viele Jahre lang zu verwirklichen.
Aus diesem Grund treten wir nun als medyaradar.net vor Sie.
Bitte teilen Sie unsere neue Adresse mit all Ihren Freunden und Followern…
Denn unser Kampf ist von nun an nicht mehr nur unser Kampf, sondern der Kampf aller echten Journalisten in der Türkei und unseres Volkes, dem das Recht auf Information vorenthalten werden soll."
Nachrichtenquelle: 12punto
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