Entlassung wegen Belästigungsvorwürfen vom Gericht aufgehoben
Für Olkan Senemoğlu, der nach Belästigungsvorwürfen an der Çanakkale Onsekiz Mart Universität vom Hochschulrat (YÖK) entlassen worden war, wurde eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Vollziehung erlassen.
Im Belästigungsverfahren, das durch die Beschwerden von Studierenden an der Fakultät für Politikwissenschaften der Çanakkale Onsekiz Mart Universität eingeleitet wurde, gibt es eine neue Entwicklung. Der Dozent Olkan Senemoğlu, der am 24. April 2026 vom Hochschulrat (YÖK) aus dem Dienst entlassen worden war, wurde nach einem von ihm angestrengten Verfahren zur Aussetzung der Vollziehung per Gerichtsbeschluss wieder in sein Amt eingesetzt.
Den in den Akten vermerkten Vorwürfen zufolge begann der Prozess, als eine Studentin namens G.N.İ. bei der Generalstaatsanwaltschaft Çanakkale Strafanzeige gegen Senemoğlu erstattete. Die Studentin gab an, dass Senemoğlu sie während der Fernunterrichtsphase, als sich niemand im Klassenzimmer befand, in sein Büro gebeten habe und sie das Angebot angenommen habe, da sie davon ausging, dass der Unterricht dort fortgesetzt werde.

Nach Aussage der Studentin sagte Senemoğlu in seinem Büro, er habe eine Ausbildung in Psychologie und Traumdeutung absolviert und äußerte: „Es sieht so aus, als hättest du ein Problem. Ich habe Schulungen in Psychologie und Traumdeutung erhalten. Wenn du möchtest, kannst du mir von den Ereignissen und Traumata erzählen, die du erlebt hast.“
Den Vorwürfen zufolge sagte Senemoğlu der Studentin später: „Du scheinst heute keine gute Laune zu haben, lass uns alleine in die Berge oder aufs Land fahren. Lass uns auf dem Gras liegen und ein wenig sündigen.“ Es wurde berichtet, dass die Studentin daraufhin das Büro verließ und einige Tage später behauptete, während einer Unterrichtspause belästigt worden zu sein, indem er ihr die Hand auf die Schulter legte.
YÖK ENTLIESS, GERICHT SETZTE VOLLZIEHUNG AUS
Während des Ermittlungsverfahrens stellte die Universitätsleitung Senemoğlu frei, und der YÖK leitete ein Disziplinarverfahren ein. Den in den Quellen enthaltenen Informationen zufolge wurde festgestellt, dass gegen Senemoğlu ein separates Ermittlungsverfahren wegen öffentlicher Herabwürdigung religiöser Werte geführt wird.

In derselben Akte findet sich auch die Information, dass Senemoğlu in den Jahren 2018 und 2019 aufgrund von Beschwerden von 38 Studentinnen dreimal vom Dienst suspendiert wurde. Der YÖK beendete das Dienstverhältnis von Senemoğlu infolge der durchgeführten Untersuchung.

Nach der Entlassungsentscheidung reichte Senemoğlu beim Verwaltungsgericht Çanakkale Klage gegen den YÖK auf Aussetzung der Vollziehung ein. In dem in der vergangenen Woche abgeschlossenen Verfahren erließ das Gericht unter Berücksichtigung einiger Aussagen von Studierenden, die zugunsten von Senemoğlu ausfielen, eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Vollziehung.

Nach der Entscheidung wurde mitgeteilt, dass der YÖK Rechtsmittel eingelegt habe. Es wurde berichtet, dass einige Studierende an der Fakultät nach dem Gerichtsbeschluss verunsichert seien und beschlossen hätten, im neuen Studienjahr nicht an den Vorlesungen teilzunehmen.

Wie können wir den Unterricht eines Lehrers besuchen, der uns belästigt hat und bei dem wir Anzeige erstattet haben? Wie kann ein Dozent, der in der Vergangenheit dreimal wegen dieses Delikts entlassen wurde und dessen Akte so dunkel ist, wieder eingesetzt werden?

In dem Bericht wurde zudem behauptet, dass der Gerichtsvorsitzende S.A., der die einstweilige Verfügung unterzeichnet hat, in naher Zukunft einen Master-Kurs zum Thema „Verwaltungsrechtliche Praxis“ am Fachbereich Politikwissenschaft und öffentliche Verwaltung derselben Fakultät halten soll.

Es wird erwartet, dass der Prozess mit dem Einspruch des YÖK sowie dem weiteren Verlauf der gerichtlichen und verwaltungsrechtlichen Ermittlungen fortgesetzt wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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