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Warten auf die Zinswende: Was erwartet die TCMB?

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Zinsen stabil, Botschaften ausgewogen

Die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) hat bei ihrer Sitzung im September den Leitzins wie erwartet bei 37 % belassen. Auch die Zinssätze für das Übernacht-Kredit- und Einlagengeschäft wurden bei 40 % bzw. 35,5 % beibehalten. Die Entscheidung selbst war keine Überraschung; der Fokus des Marktes lag nun auf der Frage, „wann die Zinsen gesenkt werden“ und welche Signale die Bank aussenden würde.

Es fiel auf, dass der Absatz zur geldpolitischen Haltung in der nach der Sitzung veröffentlichten Erklärung im Vergleich zum vorangegangenen Treffen unverändert blieb. Während das Dokument kein explizites Signal für eine Zinssenkung enthielt, wurden die Verbesserung des zugrunde liegenden Inflationstrends und die Schwäche der Nachfrage hervorgehoben. Dieses Gleichgewicht zeigt, dass die TCMB den Disinflationsprozess zwar unterstützt, aber angesichts anhaltender externer Risiken eine verfrühte Zusage vermeidet.

Energiepreise erhöhen den Druck

Der wichtigste Faktor hinter der vorsichtigen Haltung der TCMB sind die externen Bedingungen. Die in den letzten Wochen gestiegenen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Energiemärkte direkt beeinflusst. Der Preis für Brent-Rohöl stieg auf über 100 US-Dollar pro Barrel und damit um etwa 25 % gegenüber Anfang August. Für eine von Energieimporten abhängige Wirtschaft bedeutet dies, dass das Risiko einer importierten Inflation rapide zunimmt.

Nach den Daten vom August liegt die jährliche Inflationsrate in der Türkei bei 31,51 %. Der Preisanstieg bei Wohnungsbau und öffentlichen Dienstleistungen nähert sich der 40-Prozent-Marke. Der Anstieg der Ölpreise, der sich auf diese Posten auswirkt, könnte den fragilen Disinflationspfad stören. Auch im Text der TCMB wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass die durch geopolitische Entwicklungen verursachten „hohen Energiepreise ein Aufwärtsrisiko für den Inflationsausblick darstellen“. Diese Feststellung zeigt, dass die Bedingungen für eine Zinssenkung noch nicht reif sind.

Der Schatten der FED und die globale Risikobereitschaft

Die andere Säule des externen Drucks liegt in den USA. Die vor der FED-Sitzung am 16. September zu veröffentlichenden VPI-Daten für August sind das kritischste Thema auf der Agenda der globalen Märkte. Die Markterwartung geht davon aus, dass die jährliche Gesamtinflation bei 3,4 % verharrt, während die Kerninflation auf 2,4 % sinken soll.

Die Risiken sind jedoch nach oben gerichtet. Neben dem Anstieg der Ölpreise zeigen die hohen Inputkosten im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor, dass die Bedrohungen für den Inflationsausblick noch nicht vollständig beseitigt sind. Während es innerhalb der FED Mitglieder gibt, die eine Zinserhöhung befürworten, hatten einige Beamte wie Waller (Federal Reserve Governor Christopher J. Waller) darauf hingewiesen, dass die Zinsen stabil gehalten werden könnten, falls sich die Inflation weiter verbessert.

Ein VPI unter den Erwartungen könnte die Risikobereitschaft unterstützen, indem die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung deutlich verringert wird. Im gegenteiligen Szenario würde insbesondere eine positive Überraschung bei der Kerninflation die Erwartung einer erneuten Straffung durch die FED verstärken und die globale Risikobereitschaft dämpfen. Für die Türkei bedeutet dies, dass der Abwertungsdruck auf die Lira zunimmt und die Notwendigkeit der TCMB, die hohen Zinsen beizubehalten, gestärkt wird.

Die Tür für Senkungen ist nicht ganz geschlossen

Obwohl die TCMB in ihrer derzeitigen Haltung vorsichtig ist, hat sie die Tür für Zinssenkungen nicht vollständig geschlossen. Die Betonung der „Verbesserung des zugrunde liegenden Inflationstrends“ und der „Schwäche der Nachfrage“ im Text zeichnet ein optimistischeres Bild als bei der vorangegangenen Sitzung. Dies hält die Erwartung an den Märkten aufrecht, dass es einen begrenzten Spielraum für Senkungen gibt.

ING prognostiziert, dass die TCMB im letzten Quartal des Jahres zwei Zinssenkungen um jeweils 100 Basispunkte vornehmen könnte und der Leitzins zum Jahresende auf 35 % sinken könnte. Die von der Nachrichtenagentur Anadolu gesammelten Expertenmeinungen deuten auf einen ähnlichen Pfad hin: Sollte sich der globale Energiepreis verbessern, könnte die TCMB einen begrenzten Spielraum für Senkungen von bis zu 200 Basispunkten haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Schlüssel zu einer Zinssenkung von zwei Bedingungen abhängt: der Abschwächung des durch den Nahen Osten verursachten Energieschocks und dem klaren Ende des Straffungszyklus der FED. Bis diese beiden Bedingungen geklärt sind, ist die rationale Wahl für die TCMB, mit hohen Zinsen einen Puffer zu bilden und auf ein klareres Zeitfenster zu warten.