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Neue Vorwürfe in Forex-Ermittlungen in der Akte

In den Ermittlungen der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft werden die tatsächliche Geschäftsführung, Anrufe aus dem Ausland, Barzahlungen von Gehältern sowie Vorwürfe zu Krypto-Konten untersucht.

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Neue Vorwürfe in Forex-Ermittlungen in der Akte

Im Rahmen der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Forex-Ermittlungen wurden Zeugenaussagen und forensische IT-Analysen in die Akte aufgenommen. Gegenstand der Untersuchungen sind Vorwürfe, wonach die offiziellen Eigentümer der Unternehmen nicht mit den tatsächlichen Geschäftsführern identisch seien, Personen im Ausland unter dem Vorwand von Forex-Investitionen kontaktiert wurden und Kundendaten gegen Geld beschafft worden seien.

In der Akte wird wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug, unerlaubte Tätigkeit ohne Genehmigung des Kapitalmarktrates (SPK), Bildung einer kriminellen Vereinigung oder Mitgliedschaft in einer solchen sowie wegen Geldwäsche aus Straftaten ermittelt.

Der im Rahmen der Ermittlungen vernommene Murat Demirbaş erklärte bezüglich des Unternehmens FACTO: „Eine Person namens Amıt Ygal ist der tatsächliche Eigentümer des Unternehmens, bei dem ich seit etwa 4 Monaten gearbeitet habe und das ich als FACTO kenne. Er ist Israeli. Offiziell ist eine Person namens İlhami İçingir der Chef des Unternehmens.“

Demirbaş gab an, dass auch Maksym Verzılov eine wichtige Position im Unternehmen innehabe, und fügte hinzu: „Er ist der zweitgrößte Chef nach Amıt Ygal. Ich weiß, dass er Russe ist.“ In der Akte wird zudem darauf hingewiesen, dass die Namen Robert İlker Hason und Karolin Hason im Zusammenhang mit der Management- und Personalstruktur der in verschiedenen Zeiträumen tätigen Unternehmen untersucht werden.

VORWURF DER PANIK NACH OPERATION

Demirbaş zufolge kam der Betrieb bei FACTO nach einer polizeilichen Razzia in einem ähnlichen Geschäft am 10. März 2026 vorübergehend zum Erliegen. Demirbaş schilderte, dass das Managementteam in Panik geraten sei, die Mitarbeiter 3-4 Tage lang nicht zur Arbeit gerufen wurden, die Mitarbeiterzahl anschließend von 650 auf 400 sank und etwa einen Monat später durch Neueinstellungen wieder auf etwa 600 anstieg.

In den forensischen IT-Analysen der WhatsApp-Korrespondenzen wurde festgehalten, dass im selben Zeitraum Themen wie die Razzia, die Möglichkeit von Festnahmen und das Fernbleiben der Mitarbeiter besprochen wurden. In der Akte findet sich die Information, dass ein Mitarbeiter an einen Anwalt die Nachricht schickte: „Was sollen wir sagen, wenn die Polizei kommt? Wir müssen alle die gleiche Geschichte erzählen, wie überstehen wir diese Situation am sichersten?“

Bezüglich des Geldverkehrs stach der Vorwurf hervor, dass Gehälter bar ausgezahlt wurden. Demirbaş erklärte, sein eigenes Gehalt sei nicht auf sein Bankkonto überwiesen, sondern bar ausgezahlt worden. Zum Gebrauch der türkischen Sprache im Unternehmen sagte er: „Die Vertreter, die drinnen arbeiteten, wollten absolut nicht, dass Türkisch gesprochen wird. Außerhalb der Küche war es innerhalb der Einrichtung verboten, Türkisch zu sprechen.“

In einer weiteren Aussage in der Akte behauptete Mehmet Cemre Ketencigil, dass im Callcenter namens Sky Marketing Personen aus der Schweiz, Schweden, Deutschland, Hongkong, Australien und Singapur sowie im Callcenter namens Movimiento Personen aus den Philippinen, Malaysia und Dubai unter dem Vorwand von Forex-Investitionen angerufen wurden.

Ketencigil sagte, die Daten der angerufenen Personen seien gegen Geld von Unternehmen beschafft worden, die nicht in der Türkei ansässig seien und deren Namen er nicht kenne. Hümeyra Doğaner erklärte, dass Kundendaten über ein CRM-System an die Mitarbeiter verteilt wurden und in den Unternehmen Daten- und Kontosysteme verwendet wurden, die mit verschiedenen Ländern verbunden waren.

In Doğaners Aussage finden sich auch Vorwürfe zu Krypto-Konten und der Nutzung von Cold Wallets. Doğaner gab an, dass sich die Krypto-Kontoinformationen der Unternehmen in den Finanzabteilungen und CRM-Systemen befanden und es hieß, die Konten hätten Verbindungen nach Dubai, Zypern und in die Ukraine. Es wurde bekannt, dass die Untersuchungen der Generalstaatsanwaltschaft zu digitalen Materialien und Geldflüssen andauern.


Nachrichtenquelle: 12punto

Forex-Ermittlung Generalstaatsanwaltschaft Istanbul FACTO gewerbsmäßiger Betrug Kryptowährung SPK