Präsidentschaftskandidat Retailleau verspricht Kopftuchverbot an französischen Universitäten
Vor den Wahlen 2027 kündigte der LR-Kandidat Bruno Retailleau an, im Falle seiner Wahl das Kopftuch in bestimmten Bereichen, einschließlich Universitäten, verbieten zu wollen.
Vor den für 2027 erwarteten Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist die Kopftuchdebatte erneut in den Mittelpunkt der politischen Agenda gerückt. Der Kandidat der mitte-rechten Partei Les Républicains (LR), Bruno Retailleau, kündigte an, dass er im Falle seiner Wahl das Kopftuch bei sportlichen Aktivitäten, auf Schulausflügen und an Universitäten verbieten werde.
Im Gespräch mit dem französischen Sender BFMTV erläuterte Retailleau seine Wahlversprechen und erklärte, er werde die Beschränkungen für das Kopftuch ausweiten. Der ehemalige Innenminister Retailleau versprach zudem, „Organisationen, die mit der Muslimbruderschaft verbunden sind“, im Land aufzulösen.
KOPFTUCHDEBATTE VOR DEN WAHLEN
Retailleaus Äußerungen folgten auf einen ähnlichen Vorstoß des Abgeordneten Jean-Philippe Tanguy von der rechtsextremen Partei Rassemblement National (RN). Tanguy hatte erklärt, dass bei einem Wahlsieg seiner Partei Geldstrafen für das Tragen eines Kopftuchs verhängt würden.
Retailleau hingegen argumentierte, dass ein vollständiges Verbot des Kopftuchs im öffentlichen Raum in der Praxis nicht durchsetzbar sei. Er behauptete, Sicherheitskräfte könnten nicht ohne Weiteres zwischen Frauen, die das Kopftuch aus „ideologischen Gründen“ tragen, und solchen, die ihr Haar aufgrund gesundheitlicher Probleme wie Krebs bedecken, unterscheiden.
Retailleau, der auch eine Reduzierung der Einwanderung anstrebt, sagte zudem, er werde im Falle seiner Wahl zum Präsidenten die Aufnahme des Hinweises auf die „jüdisch-christlichen Wurzeln“ Frankreichs in die Verfassung auf die Tagesordnung setzen.
Der Präsidentschaftskandidat der mitte-rechten Renaissance-Partei und ehemalige Premierminister Gabriel Attal erklärte im selben Sender, dass er gegen ein Kopftuchverbot im öffentlichen Raum sei. Attal betonte, dass Frauen in Frankreich das Recht haben sollten, in dieser Frage selbst zu entscheiden.
Während seiner Amtszeit als Bildungsminister im Zeitraum 2023-2024 hatte Attal ein Verbot für das Tragen von sogenannten „Abayas“, langen Gewändern, an Schulen durchgesetzt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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