Weg zum britischen Pass für Investitionen von 308 Millionen TL
Einem Entwurf zufolge könnten Ausländer, die 5 Millionen Pfund in britische Unternehmen investieren, nach 5 Jahren einen britischen Pass erhalten.
Die Labour-Regierung in Großbritannien hat das unter der konservativen Regierung abgeschaffte „Tier 1 Investorenvisum“, in der Öffentlichkeit bekannt als „Goldenes Visum“, wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Das Modell, das sich derzeit im Entwurfsstadium befindet, sieht vor, ausländischen Investoren, die hohe Direktinvestitionen tätigen, einen beschleunigten Weg zu Aufenthaltstiteln und Staatsbürgerschaft zu eröffnen.
AUFENTHALT UND PASS GEGEN INVESTITION
Dem Plan zufolge wird diskutiert, ausländischen Investoren, die 5 Millionen Pfund – nach aktuellem Wechselkurs etwa 308 Millionen TL – direkt in britische Unternehmen investieren, nach 3 Jahren einen dauerhaften Aufenthaltsstatus und nach 5 Jahren den britischen Pass zu gewähren.
MODELLENTWURF LIEGT AUF DEM TISCH
Es heißt, dass dieses Thema in einem Treffen unter Vertraulichkeitsbedingungen erörtert wurde, an dem Regierungsvertreter, Nichtregierungsorganisationen, Anwaltskanzleien, Ökonomen und Steuerexperten teilnahmen. Ob das Programm in dieser Form finalisiert wird und ob sich die Bedingungen noch ändern könnten, ist derzeit noch unklar.
MEINUNGSVERSCHIEDENHEITEN IM KABINETT
Der Plan hat im britischen Kabinett zu unterschiedlichen Einschätzungen geführt. Es wurde berichtet, dass Handelsminister Peter Kyle die Regelung unterstützt und argumentiert, dass sich das Land in einem „gnadenlosen Wettbewerb“ um die Anziehung von globalem Kapital befinde.
Kyle soll argumentiert haben, dass stärkere Kontroll- und Filtermechanismen eingerichtet werden könnten, um die Kritik an der früheren Praxis zu entkräften. Demgegenüber steht das Innenministerium, das Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsrisiken äußert, während im Finanzministerium Fragen darüber bestehen, ob solche Programme tatsächlich ein echtes Wirtschaftswachstum generieren können.
WARUM WURDE DAS ALTE SYSTEM ABGESCHAFFT?
Das Tier 1 Investorenvisum wurde während der Amtszeit der Konservativen Partei aufgrund von Bedenken hinsichtlich russischen Kapitals nach dem Ukraine-Krieg und Sicherheitsdiskussionen abgeschafft. Es steht zur Debatte, das neue Modell unter Berücksichtigung dieser früheren Kontroversen mit strengeren Kontrollmechanismen auszustatten.
ÜBERSICHT ZU GOLDENEN VISA IN ANDEREN LÄNDERN
Die Debatte in Großbritannien hat auch die Frage wieder in den Vordergrund gerückt, wie Programme für Aufenthalt oder Staatsbürgerschaft gegen Investitionen weltweit umgesetzt werden. In vielen Ländern, insbesondere in Europa und den USA, variieren die Schwellenwerte je nach Investitionsart und Region.
INVESTITIONSBEDINGUNGEN IN EUROPA ÄNDERN SICH
In Griechenland liegt die Mindestinvestitionssumme zwischen 250.000 und 800.000 Euro. In Regionen mit hoher Nachfrage wie Athen, Mykonos und Santorin soll die Untergrenze auf 500.000 Euro steigen. Das Programm gewährt Aufenthaltserlaubnisse hauptsächlich durch Immobilieninvestitionen.
In Portugal liegt die Mindestinvestition bei 250.000 Euro, wobei Immobilienkäufe seit Ende 2023 aus dem System ausgeschlossen wurden. Im neuen Modell kann das Aufenthaltsrecht durch Optionen wie Fondsinvestitionen, wissenschaftliche Forschung oder kulturelle Investitionen erlangt werden.
Spanien gehört zu den Ländern, die ihr Goldenes-Visum-Programm vollständig beendet haben. Die Praxis, die zuvor für den Kauf von Immobilien im Wert von 500.000 Euro ein Aufenthaltsrecht gewährte, wurde dort ab 2025 offiziell eingestellt.
PRAXIS IN DEN VAE, DEN USA UND MALTA
In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt eine Immobilieninvestition von etwa 2 Millionen Dirham, also rund 500.000 Euro, als eine der grundlegenden Schwellen für einen langfristigen Aufenthalt. Auf diesem Weg erhalten Investoren ein 10-jähriges und verlängerbares Aufenthaltsrecht.
In den USA variiert die Investitionsschwelle beim EB-5-Programm je nach Region und Projektart. Es heißt, dass der Mindestbetrag zwischen 800.000 und 1.050.000 Dollar liegt und die festgelegten Fondsinvestitionen für Investoren den Prozess zur US-Staatsbürgerschaft einleiten können.
Das Modell in Malta, das mit Kosten ab 600.000 Euro operiert, gilt als eines der am stärksten diskutierten Beispiele innerhalb der Europäischen Union. Personen, die Bedingungen wie Spenden, Fondsinvestitionen und Immobilienmieten erfüllen, wird ein direkter Weg zur EU-Staatsbürgerschaft eröffnet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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