Er ließ beim Fenerbahçe-Spiel einen Hubschrauber fliegen: Kommandostruktur und der Fall Mete Kuş auf der YAŞ-Agenda
Der Oberste Militärrat (YAŞ), bei dem Entscheidungen über Beförderungen, Ernennungen, Amtszeitverlängerungen und Pensionierungen in den türkischen Streitkräften getroffen werden, tritt heute unter dem Vorsitz von Präsident Erdoğan zusammen. Neben kritischen Entscheidungen zur Kommandostruktur wird auch der Fall von Generalmajor Mete Kuş aufmerksam verfolgt.
Der Oberste Militärrat (YAŞ), bei dem Entscheidungen über Beförderungen, Ernennungen, Amtszeitverlängerungen und Pensionierungen in den türkischen Streitkräften (TSK) bewertet werden, tritt heute unter dem Vorsitz von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zusammen.
Bei dem Treffen werden die Entscheidungen zur Kommandostruktur genau beobachtet. Die Amtszeiten des Generalstabschefs Armeegeneral Selçuk Bayraktaroğlu und des Kommandeurs der Landstreitkräfte, Armeegeneral Metin Tokel, die im vergangenen Jahr ihr Amt antraten, laufen weiter. Für den Kommandeur der Luftstreitkräfte, Armeegeneral Ziya Cemal Kadıoğlu, und den Kommandeur der Seestreitkräfte, Admiral Ercüment Tatlıoğlu, deren Amtszeiten enden, wird eine Verlängerung anstelle einer Pensionierung als wahrscheinlicher angesehen.
ENTSCHEIDUNG ZU METE KUŞ ERWARTET
Wie aus einem Bericht der Zeitung Cumhuriyet hervorgeht, ist der Status von Generalmajor Mete Kuş eines der Themen, auf die man gespannt ist. Kuş war nach dem Überflug eines Hubschraubers und von F-16-Kampfjets über dem Stadion während des Konyaspor-Fenerbahçe-Spiels im April wegen Disziplinlosigkeit in das Hauptquartier zurückbeordert worden. Im Rahmen der YAŞ-Entscheidungen wird die Versetzung von Kuş in den Ruhestand als eine der Möglichkeiten gehandelt.
Der pensionierte Vizeadmiral Yankı Bağcıoğlu erklärte, dass das grundlegende Kriterium bei den YAŞ-Entscheidungen die berufliche Qualifikation des Militärpersonals sein müsse. Bağcıoğlu betonte, dass im Personalsystem die Loyalität zur Verfassung, zu den geltenden Rechtsvorschriften und zu den institutionellen Werten der TSK sowie die Eignung (Liyakat) als Grundlage dienen sollten.
"Prozesse wie Beförderungen, Ernennungen, Amtszeitverlängerungen und Pensionierungen sollten von politischen Bewertungen freigehalten werden. Bei Beförderungen und Zuweisungen sollten der Truppendienst, die Erfahrung als Einheitskommandeur, der Erfolg bei Operationen, Führungskompetenz und berufliche Leistung die grundlegenden Kriterien sein."
Bağcıoğlu äußerte, dass Pensionierungen von Amts wegen, deren Begründung nicht erläutert wird, sowie Amtszeitverlängerungen, die nicht auf objektiven Kriterien basieren, das institutionelle Vertrauen untergraben könnten. Unter Hinweis darauf, dass in der Vergangenheit gegen einige beförderte Personen später aufgrund von Verbindungen zur FETÖ verwaltungsrechtliche Schritte eingeleitet wurden, merkte Bağcıoğlu an, dass die Prozesse zur Personalbewertung und Sicherheitsüberprüfung mit höchster Sensibilität durchgeführt werden müssten.
Bağcıoğlu kritisierte zudem das Gewicht der Minister in der Struktur des YAŞ und sagte, dass bei dem Treffen auch das militärische Gesundheits- und Ausbildungssystem sowie die persönlichen Rechte des pensionierten Militärpersonals auf die Tagesordnung gesetzt werden sollten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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