Mein Bruder, man kann gar nicht aufhören über die Machenschaften dieser FETÖ zu schreiben.
In der von TRT produzierten Sendung „Asırlık Gece“ (Jahrhundertnacht) werden die Details des FETÖ-Putschversuchs vor zehn Jahren thematisiert.
Warum und wie die FETÖ den Putschversuch unternahm, liegt klar auf der Hand.
Die FETÖ-nahen Soldaten, die erkannten, dass sie beim Obersten Militärrat (YAŞ) aus der Armee entlassen würden, drückten nach ihrem eigenen „FETÖ-Militärrat“ am 15. Juli vorzeitig auf den Knopf, um ihre eigene Haut zu retten, wurden jedoch durch den Gegenputsch der kemalistischen Offiziere und des Präsidenten in die Knie gezwungen.
Eigentlich braucht man weder Serien noch Programme, um darüber zu schreiben.
Auf der Baustelle eines Bauunternehmers aus meiner Heimatstadt, bei dem ich in Eskişehir oft zu Besuch war, stieß ich immer wieder auf die Zeitung „Zaman“, die man dort zwangsweise abonniert hatte – damals gab es keinen Ort, an den diese Zeitung nicht gelangte.
Es war zwar keine Pflicht, aber eine Notwendigkeit, sie auf jedem Tisch in Universitäten, Kantinen, Mensen und Gästehäusern vorzufinden.
Da diese sogenannte Zeitung aufgrund ihres komplexen Designs jedoch nicht leicht zu lesen war, benutzten wir sie auf der Baustelle meist als Tischdecke.
Gelegentlich habe ich sie aber auch wegen einiger Ausnahmenachrichten gelesen.
Am 12. September 2014 las ich in dieser sogenannten FETÖ-Zeitung, unter Oliven und Tomaten, von der Tracht Prügel, die ein türkischer Soldat von den Leibwächtern des kuwaitischen Botschafters erhalten hatte.
Offenbar hatten die kuwaitischen Leibwächter unseren Piloten-Oberstleutnant bei einem banalen Verkehrsstreit ordentlich verprügelt.
Das Interessante an dem Vorfall war, dass die FETÖ-Zeitung nicht locker ließ.
Tagelang hielt sie das Thema auf der Agenda.
Bei jedem Baustellenessen fiel mir diese Nachricht in der Zeitung, die wir als Tischdecke benutzten, ins Auge.
Das Foto des Piloten, wie er mit zerrissener Uniform und blutigem Gesicht auf dem Gehweg saß, wurde unaufhörlich aufgebauscht, um eine Krise zwischen den beiden Ländern zu provozieren.
Dann sah ich die Nachricht plötzlich nicht mehr.
Bis ich in der Nacht des 15. Juli sah, dass der FETÖ-Putschist und Kommandant der 141. Fliegerstaffel, der von Incirlik aus startete, um Ankara zu bombardieren, jener Oberstleutnant Hakan Karakuş war, der unter den Oliven in der Zeitung zu sehen war.
Und er war zudem der Schwiegersohn eines Pilotengenerals.
Und zwar genau derjenige mit dem bandagierten Ohr.
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