In einem in der vergangenen Woche in der Zeitung Yedioth Ahronoth veröffentlichten Rechercheartikel des israelischen Journalisten Nadav Eyal über Israels Entscheidung, in einen Krieg mit dem Iran einzutreten, werden verschiedene Behauptungen darüber aufgestellt, wie Israel kurdische Gruppen im Falle eines möglichen Regimewechsels im Iran bewerten könnte. Tatsächlich waren Einschätzungen, wonach Israel mit Unterstützung kurdischer Gruppen im Iran einen Regimewechsel anstrebe, bereits vor einigen Monaten aufgekommen. Die besagte Recherche hat diese Diskussionen nun erneut in den Fokus gerückt.
Der Recherche zufolge wurde vorgeschlagen, die Operationen unter der Flagge von Löwe und Sonne durchzuführen, damit der Kampf der kurdischen Gruppen nicht als ethnisch motivierte separatistische Bewegung wahrgenommen wird. Demnach wird behauptet, dass mit einer Operation, die im Westen des Iran beginnen soll, neben den Kurden auch andere regimekritische iranische Gruppen in den Prozess einbezogen werden sollen, um Teheran zu erreichen und – wie im Fall von Syrien – den Sturz des Regimes herbeizuführen. Es wird jedoch behauptet, dass dieser Plan trotz der Vorbereitungen der kurdischen Gruppen von US-Präsident Donald Trump gestoppt wurde. Zudem wird bewertet, dass der Umstand, dass der Mossad in der Vergangenheit einige Versprechen gegenüber kurdischen Gruppen nicht eingehalten hat, das Vertrauen in solche Unternehmungen geschwächt und dazu beigetragen hat, dass der Plan nicht umgesetzt werden konnte.
Meinungsverschiedenheiten innerhalb Israels
Ein bemerkenswerter Punkt in der Recherche sind die Behauptungen über Meinungsverschiedenheiten innerhalb der israelischen Sicherheitsbehörden bezüglich dieses Plans. Demnach gibt es unterschiedliche Einschätzungen zwischen dem Mossad und der israelischen Armee zu diesem Vorhaben. Der Kern der Meinungsverschiedenheit liegt in der geringen Erfolgsaussicht eines solchen Szenarios im Iran.
So wird berichtet, dass einige israelische Beamte einschätzen, dass die kurdischen Gruppen das Regime eher hinhalten könnten, anstatt es direkt zu stürzen. Zudem wurde geäußert, dass das Vertrauen des Mossad in die Kurden irreführend sei.
Neue Diskussionen um kurdische Gruppen
Während die Diskussionen in Israel über die Unterstützung kurdischer Gruppen im Iran andauern, hat auch der iranisch-kurdische Oppositionsführer und Vorsitzende der in der Autonomen Region Kurdistan im Irak tätigen Freiheitspartei Kurdistans (PAK), der Iraner Hussein Yazdanpana, in Erklärungen vom Februar argumentiert, dass die Sicherheit Israels und die der Kurden miteinander verknüpft seien. Yazdanpana erklärte, dass eine strategische Zusammenarbeit zwischen Israel und den Kurden für die regionale Sicherheit von Vorteil wäre.
Sechs Monate nach diesen Erklärungen, am 4. August, wurde ein Attentatsversuch auf den Sohn von Hussein Yazdanpana verübt. Nach dem Vorfall wurde behauptet, dass der Iran hinter dem Angriff stecken könnte.
Die Realität vor Ort
Unter Berücksichtigung der geografischen Gegebenheiten sind eine direkte Durchführung einer möglichen Bodenoperation gegen den Iran aus Sicht der USA und Israels mit sehr hohen Kosten und ernsthaften militärischen Risiken verbunden. Daher wurde in einigen Analysen die Unterstützung oppositioneller Elemente innerhalb des Iran als alternative Option anstelle einer direkten militärischen Intervention bewertet. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere einige militärische Punkte im Westen des Iran ins Visier genommen, um die Kontrolle der Zentralregierung zu schwächen.
Im Gegensatz zu den irakischen Kurden, die von den USA unterstützt werden und über eine eigene Armee verfügen, ist die militärische Kapazität der kurdischen Gruppen im Iran jedoch begrenzt; sie verfügen nicht über die militärische Stärke, um dem Regime Widerstand zu leisten.
Daher stellt sich auch die Frage, in welcher Position sich diese Gruppen im Falle einer möglichen Einigung zwischen den USA und dem Iran befinden würden. Man sollte die Beispiele aus der Vergangenheit nicht vergessen, in denen kurdische Akteure in der Region als Instrumente in den regionalen Strategien der Großmächte benutzt und nach verschiedenen geopolitischen Kalkulationen allein gelassen wurden.
Fazit
Diese in Israel aufgekommene Recherche hat wichtige Diskussionen darüber, wie kurdische Gruppen in möglichen Szenarien eines Regimewechsels im Iran bewertet werden, erneut in den Fokus gerückt. Betrachtet man jedoch die aktuellen Bedingungen, die militärische Kapazität der kurdischen Gruppen im Iran, das regionale Machtgleichgewicht und die internationalen politischen Entwicklungen gemeinsam, so zeigt sich, dass die Umsetzbarkeit solcher Szenarien kurzfristig äußerst fragwürdig ist.
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