Nur eine „Türkan-Saylan-Krise“? Ihr Name taucht in deutschen Gerichtsakten auf
Eine Prüfung von Recht und Demokratie in einer Institution, die als Bastion zeitgenössischer Werte gilt: Die große Krise beim ÇYDD Baden-Württemberg, die von einem chaotischen Generalversammlung bis in die Gerichtssäle reicht.
Nur eine „Türkan-Saylan-Krise“? Ihr Name taucht in deutschen Gerichtsakten auf
IŞIN ERTÜRK
Bei diesem Vorfall geht es nicht nur um einen Verein und eine so angesehene Persönlichkeit wie Türkan Saylan. Wir stehen einem Ereignis gegenüber, das für Vereine türkischer Herkunft in Deutschland und sogar in Westeuropa steht, die als „Nichtregierungsorganisationen“ (NGOs) bezeichnet werden und bei denen besonders betont wird, dass sie „demokratisch“ seien. Es handelt sich um einen Prozess, in dem der fortschrittliche, aufklärerische Charakter Schaden nimmt.
Polizei, Krankenwagen, Strafanzeigen, die Empfehlung im Prüfbericht, den Vorstand nicht zu entlasten… Doch eine aufgrund von Verfahrensfehlern für ungültig erklärte Generalversammlung und eine Reihe offizieller Anträge…
Der ÇYDD Baden-Württemberg in Deutschland steht vor einer der schwersten institutionellen Krisen der letzten Jahre.
Wenn man vom Verein zur Unterstützung des zeitgenössischen Lebens (Çağdaş Yaşamı Destekleme Derneği - ÇYDD) spricht, denkt man seit Jahren an den Kampf für zeitgenössische Bildung unter der Führung von Prof. Dr. Türkan Saylan, an die Bildung von Mädchen, die Republik, den Laizismus, die Wissenschaft und die Aufklärung.
Heute jedoch steht die Struktur des ÇYDD Baden-Württemberg in Deutschland aus ganz anderen Gründen in der Schlagzeile.
Die am 21. Juni 2026 in Stuttgart abgehaltene Generalversammlung war nicht nur Schauplatz heftiger Debatten; die Empfehlung des Prüfberichts, den Vorstand „nicht zu entlasten“, erregte Aufmerksamkeit. Zudem wurde die Generalversammlung aufgrund von Einwänden gegen die in der Satzung vorgesehene Einladungsfrist für ungültig erklärt, die Polizei und ein Krankenwagen erschienen am Veranstaltungsort, und es begannen rechtliche Prozesse.
Doch die Akte beschränkte sich nicht darauf.
Die Anträge der ausgeschlossenen Mitglieder, Strafanzeigen, die beim Registergericht des Amtsgerichts Stuttgart eingereichten Prüfungsanträge, die Eingaben bei der deutschen Datenschutzbehörde, die veröffentlichten Dokumente und die schriftlichen Erklärungen der Parteien zeigen, dass es sich nicht mehr nur um eine interne Vereinsdebatte handelt.
Betrachtet man die uns vorliegende Satzung, die offiziellen Anträge, die schriftlichen Erklärungen und andere Dokumente zusammen, ergibt sich ein Bild, das nicht nur für den ÇYDD Baden-Württemberg spezifisch ist, sondern eine breitere Diskussion über das institutionelle Funktionieren der türkischen Zivilgesellschaft in Europa mit sich bringt.
Denn was hier geschildert wird, ist leider kein gewöhnliches Bild einer Generalversammlung.
Es wird über Transparenz, das Prinzip der Offenheit, das Funktionieren der Regeln und darüber diskutiert, wie sehr die Empfehlungen der Aufsichtsgremien berücksichtigt werden.
Am wichtigsten ist: Institutionen, die von sich behaupten, die Republik, den Laizismus, die Rechtsstaatlichkeit und das zeitgenössische Leben zu verteidigen, müssen sich auch fragen lassen, inwieweit sie dieselben Prinzipien in ihrem eigenen internen Betrieb leben.
DOKUMENTE SPRECHEN, DAS LETZTE WORT HAT DAS RECHT
Nach der Veröffentlichung der ersten Nachrichten über den Prozess beim ÇYDD Baden-Württemberg wurden in den sozialen Medien schwere Anschuldigungen erhoben. Es wurde behauptet, die Berichte enthielten „Lügen“, seien „haltlos“, „Verleumdung“ und „Klatsch“.
In der Zwischenzeit sind jedoch neue Dokumente aufgetaucht.
Der in der Generalversammlung verlesene Prüfbericht…
Die Ungültigerklärung der Generalversammlung…
Die Strafanzeigen der Mitglieder…
Die Anträge bei der deutschen Datenschutzbehörde…
Die Prüfungsanträge beim Amtsgericht Stuttgart…
Die Strafanzeige des Gründungspräsidenten Ahmet Gül…
Die schriftlichen Erklärungen der Mitglieder, deren Ausschluss diskutiert wird…
Die Stellungnahme der ÇYDD-Zentrale gegenüber der Öffentlichkeit…
Die Diskussion ist mittlerweile weit über persönliche Polemiken hinausgegangen.
Dokumente sprechen.
Diese Dokumente zeigen, dass ein wesentlicher Teil der Vorwürfe nun vor den zuständigen Verwaltungs- und Justizbehörden liegt.
NURAN DEMİR: „KEIN PERSÖNLICHER, SONDERN EIN RECHTSSTREIT“
Die detaillierte Presseerklärung und die rechtlichen Anträge von Melek Nuran Demir, die zu den Mitgliedern gehört, deren Ausschluss diskutiert wird, gehören zu den wichtigen Dokumenten der Akte.
Demir gibt an, über Monate hinweg zahlreiche schriftliche Einwände und Mahnungen an die Vereinsführung gesendet zu haben.
In ihren Anträgen behauptet sie, dass die Disziplinar- und Ausschlussverfahren nicht gemäß der Vereinssatzung, dem deutschen Vereinsrecht und den grundlegenden Rechtsprinzipien durchgeführt wurden.
In ihren Anträgen führt sie insbesondere an, dass das Vorstandsmitglied, das als „zweite Vorsitzende“ gehandelt habe, die Ausschlussentscheidungen unterzeichnet habe, ohne dass die erforderlichen Wahl- und offiziellen Registrierungsprozesse abgeschlossen waren.
Demir erklärt, dass der in der Generalversammlung verlesene Prüfbericht Feststellungen enthält, die mit den Einwänden übereinstimmen, die sie zuvor schriftlich geäußert hatte.
In einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung behauptete Demir zudem, dass die namentliche Nennung der Mitglieder, deren Ausschluss auf der Tagesordnung der Generalversammlung gefordert wurde, rechtswidrig sei. Demir argumentierte, dass die Weitergabe der Namen in den Tagesordnungsunterlagen, obwohl noch keine endgültige Entscheidung vorlag, den Eindruck erwecke, sie seien bereits ausgeschlossen, was die Persönlichkeitsrechte und Datenschutzbestimmungen verletze. Aus diesem Grund seien ihre Anträge bei den zuständigen Behörden noch anhängig.
Darüber hinaus warf Demir dem Vorstand vor, seine Befugnisse zu missbrauchen, anstatt die übermittelten Einwände und Beschwerden zu berücksichtigen, was nicht nur die betroffenen Mitglieder, sondern auch das institutionelle Ansehen des Vereins schädige. In ihrer Erklärung betonte sie: „Mein Ziel ist keine persönliche Abrechnung mit irgendjemandem, sondern ein Beitrag zur Rechtsstaatlichkeit, Transparenz, zur Kultur der Rechenschaftspflicht und zum Schutz der Grundrechte der Mitglieder in Vereinen.“
Nuran Demir wies auf eine weitere Entwicklung während der Generalversammlung hin und erinnerte daran, dass der Aufsichtsrat empfohlen habe, den Vorstand „nicht zu entlasten“, und dass die Versammlung für ungültig erklärt wurde, da die Einladung zur Generalversammlung nicht innerhalb der satzungsgemäßen Frist erfolgt sei. Demir behauptete zudem, dass sich trotz dieser Umstände ein juristisch versiertes Mitglied in der Generalversammlung als Anwalt des Vereins vorgestellt und die Mitglieder dazu aufgerufen habe, die Sitzung fortzusetzen und als gültig zu betrachten.
Demir bezeichnete diesen Ansatz als besorgniserregend und verdächtig und äußerte ihre Sorge mit den Worten: „Dass in einem Umfeld, in dem rechtliche Bedenken offen geäußert werden, dennoch Ansätze verteidigt werden, den Prozess fortzusetzen, zeigt die Schwere der Ereignisse. Das können wir nicht zulassen.“
Demir erklärte, dass ihre Bemühungen bezüglich der Haltung gegenüber weiblichen Mitgliedern und verbalen Angriffen ebenfalls andauerten und dass in dieser Angelegenheit eine öffentliche Entschuldigung erwartet werde, ein solcher Schritt jedoch bisher nicht erfolgt sei. Demir betonte, dass sie die Schaffung einer Basis für eine Einigung in einer Institution wie dem ÇYDD forderten, die mit dem Kampf für die Bildung von Frauen und ein zeitgenössisches Leben identifiziert werde. Da diese Aufrufe nicht erwidert worden seien, behielten die bereits geäußerten Forderungen nach dem Rücktritt des Vorstands auch heute ihre Gültigkeit. Zudem forderte sie, dass sich die Mitglieder, deren Namen im Zusammenhang mit den Ausschlüssen genannt wurden, durch ein Schreiben an alle Mitglieder entschuldigen sollten.
Demir betonte zudem, dass weibliche Mitglieder gegenüber rechtswidrigen Praktiken nicht schweigen dürften und dass eine starke Zivilgesellschaft nur durch die Bindung an Recht und demokratische Werte möglich sei.
GRÜNDUNGSPRÄSIDENT AHMET GÜL HAT STRAFANZEIGE ERSTATTET
Der Gründungs- und Ehrenpräsident des ÇYDD Baden-Württemberg, Ahmet Gül, hat nach der Generalversammlung am 21. Juni ebenfalls Strafanzeige gegen die Vorsitzende Zeynep Taş erstattet.
Gül behauptete in seinem Schriftsatz, er habe den Saal der Generalversammlung betreten wollen, sei aber nicht hineingelassen worden, obwohl seine Mitgliedschaft noch nicht beendet gewesen sei.
In seinem Schriftsatz erklärte er, dass er beim Versuch, den Saal zu betreten, körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen sei und dabei aufgrund seiner Sehbehinderung in ernste Gefahr geraten sei.
Ahmet Gül behauptete zudem, dass während des Vorfalls einige Äußerungen gefallen seien, die beleidigend gegen ihn gerichtet gewesen seien.
In der Strafanzeige schilderte er außerdem, dass er sich im weiteren Verlauf der Sitzung unwohl gefühlt habe, mit Hilfe von Mitgliedern nach draußen gebracht worden sei, ein Krankenwagen, ein Notarztteam und Polizeieinheiten zum Ort des Geschehens gerufen worden seien und er anschließend für eine Erstversorgung und Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht worden sei.
Diese in der Anzeige enthaltenen Vorwürfe liegen nun zur Prüfung durch die zuständigen Behörden vor.
„SO WOLLEN WIR EIN VORBILD SEIN?“
Der Gründungs- und Ehrenpräsident Ahmet Gül äußerte in einer Stellungnahme neben den Vorwürfen in der Strafanzeige auch die Enttäuschung, die die Ereignisse bei ihm ausgelöst haben.
Gül drückte sein tiefes Bedauern über die verbalen Äußerungen und den Vorwurf der körperlichen Gewalt gegen ihn während der Generalversammlung aus und äußerte sich wie folgt:
„Ich habe mein Leben dem zeitgenössischen Leben gewidmet. Dass das Verständnis, das Türkan Saylan vertritt, heute mit solchen Bildern in Verbindung gebracht wird, verletzt mich zutiefst. Ich habe Schwierigkeiten zu verstehen, wie Menschen, die von Recht, Gerechtigkeit und Fairness sprechen, in einer Generalversammlung so mit Mitgliedern umgehen können.“
Gül ging auch auf die Ereignisse während der Generalversammlung ein und behauptete, die Vorsitzende Zeynep Taş habe ein junges Mitglied beauftragt, ihn nicht in den Saal zu lassen, und sagte:
„Ich halte es nicht für richtig, einen Studenten in einen solchen Vorfall hineinzuziehen. Während wir unsere Jugend vom Glauben an Demokratie, Recht und Menschenrechte überzeugen sollten, ist es inakzeptabel, sie zu Personen zu machen, die den Weg für Mitglieder versperren. Ich kritisiere nicht diesen jungen Freund, sondern das Verständnis, das ihn in diese Aufgabe gedrängt hat.“
Gül erklärte, dass die Ereignisse nicht nur ihn, sondern auch die Werte verletzten, die er als vertreten ansieht, und fuhr fort: „So wollen wir ein Vorbild für die junge Generation sein? Das Verständnis des zeitgenössischen Lebens kann nicht durch Ausgrenzung, Druck und Spannungen repräsentiert werden. Ich empfinde großen Schmerz für meine Institution.“
(Die genannten Äußerungen von Ahmet Gül sind seine eigenen Ansichten; die rechtlichen Prozesse bezüglich der Ereignisse dauern an.)
WIRD DIE EMPFEHLUNG „NICHT ZU ENTLASTEN“ IGNORIERT?
Die Stellungnahme, die Ahmet Gül nach der Generalversammlung mit der Öffentlichkeit teilte, gehört ebenfalls zu den bemerkenswerten Dokumenten der Akte.
Gül erklärte, dass der Aufsichtsrat empfohlen habe, den Vorstand „nicht zu entlasten“.
In seinem Beitrag wies er darauf hin, dass aufgrund der laufenden Ausschlussdebatten auf mögliche rechtliche und finanzielle Risiken aufmerksam gemacht worden sei und deshalb der Vorstand nicht entlastet werden dürfe.
Anschließend richtete er folgenden Appell:
„Sie müssen den Mitgliedern, die den Prüfbericht verlangen, diesen aushändigen. Bitte fordern Sie ihn an und lesen Sie ihn.“
Dieser Appell verdeutlicht auch, warum der Prüfbericht nach der Generalversammlung zu einem der wichtigsten Dokumente der Akte geworden ist.
„SIE HABEN UNSERE NAMEN AN 260 MITGLIEDER VERTEILT“
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Akte sind die gemeinsamen Anträge bei der deutschen Datenschutzbehörde und dem Registergericht des Amtsgerichts Stuttgart.
Die Anträge tragen die Unterschriften von Nuran Demir, Nazan Kılıç, Müşerref Kutlu und anderen Mitgliedern.
Die Antragsteller behaupten, dass ihre Namen und persönlichen Daten ohne ihre ausdrückliche Zustimmung über Einladungen zur Generalversammlung und Tagesordnungsunterlagen an etwa 260 Mitglieder versendet wurden.
Aus diesem Grund fordern sie eine Untersuchung gemäß der deutschen und europäischen Datenschutzgesetzgebung.
In denselben Anträgen wird auch die Art und Weise der Verarbeitung personenbezogener Daten in den Disziplinar- und Ausschlussverfahren beanstandet.
Die Antragsteller fordern eine Untersuchung der Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitungsprozesse und die Einleitung der erforderlichen Verwaltungsmaßnahmen.
STUTTGARTER REGISTERGERICHT EINGESCHALTET
Die Anträge beschränken sich nicht nur auf den Datenschutz.
In den beim Registergericht des Amtsgerichts Stuttgart eingereichten Schriftsätzen wird auch eine Prüfung der Vertretungsstruktur des Vereins gefordert.
Die Antragsteller verlangen eine Untersuchung darüber, ob die Person, die als „zweite Vorsitzende“ gehandelt hat, ordnungsgemäß gewählt wurde und ob die erforderlichen Registrierungsprozesse abgeschlossen sind.
In diesem Rahmen wird die Prüfung der rechtlichen Gültigkeit einiger Dokumente gefordert, insbesondere der Ausschlussverfahren.
Alle in diesen Anträgen enthaltenen Bewertungen stellen die Behauptungen der antragstellenden Mitglieder und ihre Forderungen nach einer Untersuchung durch die offiziellen Behörden dar.
In diesem Stadium gibt es keine rechtskräftige Gerichtsentscheidung oder Verwaltungsentscheidung zu diesen Vorwürfen.
DAS HERZ DER AKTE: DER PRÜFBERICHT
Fast jedes Thema, das heute in der Akte enthalten ist, führt immer wieder zu demselben Dokument: dem Bericht des Aufsichtsrats.
Es wird angegeben, dass der in der Generalversammlung verlesene Bericht Bewertungen zu den jüngsten rechtlichen Prozessen, Rechtskosten, Büro- und Mietkosten sowie den Ausschlussverfahren enthält.
Während berichtet wird, dass in der Generalversammlung bekannt gegeben wurde, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Engin Candan empfohlen habe, den Vorstand „nicht zu entlasten“, wurde auch mitgeteilt, dass nach dieser Empfehlung Einwände gegen die nicht satzungsgemäße Einladungsfrist zur Generalversammlung vorgebracht wurden.
Nach der Bewertung durch den Versammlungsleiter İlyas Çağla wurde erklärt, dass die Generalversammlung für ungültig erklärt wurde, wodurch auch nicht über die Empfehlung des Aufsichtsrats zur „Nichtentlastung“ abgestimmt werden konnte.
Der Inhalt des Prüfberichts bleibt heute sowohl in den Anträgen der Mitglieder als auch in den öffentlichen Diskussionen das zentrale Dokument der Akte.
Wir erinnern daran, dass die Aufgabe der Aufsichtsgremien nicht nur darin besteht, den Finanzbericht zu lesen, sondern die Mitglieder auf rechtliche und administrative Risiken im Zusammenhang mit dem Vorstand aufmerksam zu machen. Daher ist die Empfehlung, den Vorstand nicht zu entlasten, kein gewöhnliches Verfahren im Vereinsrecht, sondern eine außergewöhnliche und wichtige Warnung, die sorgfältig geprüft werden muss.
(Die in dieser Akte enthaltenen Bewertungen wurden auf der Grundlage offizieller Anträge, schriftlicher Erklärungen der Parteien, öffentlich zugänglicher Beiträge und der uns vorliegenden Dokumente erstellt.)
VORSITZENDE AYŞE YÜKSEL: „WIR HABEN ES MIT BEDAUERN ERFAHREN“
Die ÇYDD-Zentrale hat nach den Entwicklungen in Stuttgart am 21. Juni ebenfalls eine schriftliche Erklärung veröffentlicht.
Der Vorstand unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Ayşe Yüksel betonte erneut, dass der ÇYDD Baden-Württemberg keine institutionelle und hierarchische Verbindung zum Verein zur Unterstützung des zeitgenössischen Lebens (ÇYDD) in der Türkei habe.
In der Erklärung hieß es:
„Öffentliche Bekanntmachung
Der ÇYDD Baden-Württemberg, der gemäß den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde und keine institutionelle oder hierarchische Verbindung zu unserem Verein hat, besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit.
Wir haben die Entwicklungen bei der Generalversammlung des genannten Vereins am 21. Juni 2026 mit Bedauern erfahren.
Obwohl keine institutionelle oder hierarchische Verbindung zu unserem Verein besteht, halten wir diese Spannungen zwischen den Mitgliedern in diesem Verein, der mit ähnlichen Zielen gegründet wurde, für nicht richtig und hoffen, dass sie so schnell wie möglich beigelegt werden.
Wir geben dies der Öffentlichkeit mit Respekt bekannt.
Vorstand der ÇYDD-Zentrale“
ÇYDD BW: „WIR HABEN DIE GENERALVERSAMMLUNG NICHT FORTGESETZT“
Der Vorstand des ÇYDD Baden-Württemberg gab nach der Generalversammlung über soziale Medien bekannt, dass die Sitzung wie geplant begonnen habe, aber aufgrund der im Prüfbericht aufgeworfenen satzungsgemäßen Bewertungen und des Willens der Mitglieder, ihre Einwände fortzusetzen, die Generalversammlung nicht fortgesetzt worden sei, um zu verhindern, dass zukünftige Entscheidungen rechtlich umstritten würden.
Der Vorstand kündigte an, dass das Datum der neuen Generalversammlung satzungsgemäß festgelegt werde und der derzeitige Vorstand in dieser Zeit im Amt bleibe.
ANTWORT AUS ANKARA WIRD ERWARTET
Während der Vorbereitung des Berichts haben wir der ÇYDD-Zentrale zudem folgende Frage gestellt:
Wird in einem Prozess, in dem der Aufsichtsrat empfiehlt, den Vorstand „nicht zu entlasten“, und die Generalversammlung aufgrund von Verfahrensdebatten nicht abgeschlossen werden konnte, eine Bewertung hinsichtlich der Annahme von Stipendien und Spenden durch den derzeitigen Vorstand vorgenommen?
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts lag noch keine Antwort auf diese Frage vor.
Sobald die Antwort eintrifft, werden wir sie der Öffentlichkeit mitteilen.
VERSCHIEDENE INSTITUTIONEN, ÄHNLICHE THEMEN
Diese Akte beschreibt natürlich nicht nur den ÇYDD Baden-Württemberg.
Sie weist eher auf Diskussionen hin, die in den letzten Jahren bei türkischstämmigen Nichtregierungsorganisationen in Europa an die Öffentlichkeit gelangt sind. Warum? Weil sie bemerkenswerte Ähnlichkeiten aufweisen.
Beim Alevitischen Dachverband Deutschland (AABF) standen die Verwendung von Erdbebenhilfen und Diskussionen über Rechenschaftspflicht lange Zeit im Fokus der Öffentlichkeit. Der Prozess wurde auf Disziplinarmechanismen und die Justiz übertragen. Der Verband informierte die Öffentlichkeit mit Berichten und Erklärungen.
Auch in den europäischen Strukturen der CHP gab es in verschiedenen Perioden Diskussionen über Generalversammlungen, das Delegiertensystem, das Organisationsmodell und Mitgliedschaftsprozesse.
Jede Akte hat ihre eigenen rechtlichen Bedingungen und ihre eigenen Fakten.
Dass sich ähnliche Themen jedoch in verschiedenen Institutionen wiederholen, ergibt ein gemeinsames Bild, über das man nachdenken muss.
Transparenz.
Kritik ertragen.
WOHIN GEHT DAS ERBE VON TÜRKAN SAYLAN?
Prof. Dr. Türkan Saylan hat während ihres Lebens natürlich nicht nur ein „NGO-Modell, das Stipendien vergibt“, aufgebaut. Sie vertrat auch ein Verständnis von Recht, Gleichheit, Zeitgenössigkeit, Wissenschaft, Kompetenz und Demokratie.
Die Erwartung der Öffentlichkeit heute ist genau die, dass diese Prinzipien im internen Betrieb der Institutionen vollständig gelebt werden.
Können Institutionen, die im Namen der Gesellschaft den Rechtsstaat, den Laizismus, die Demokratie und die Menschenrechte verteidigen, der Gesellschaft Vertrauen vermitteln, in dem Maße, wie sie dieselben Prinzipien zuerst in ihrem eigenen Inneren anwenden? Das muss man sich ansehen.
Ein wesentlicher Teil der in dieser Akte enthaltenen Vorwürfe liegt heute vor den zuständigen Verwaltungs- und Justizbehörden.
Das letzte Wort werden natürlich die Gerichte haben.
Wohin wird die Energie für die republikanische, demokratische und zeitgenössische zivilgesellschaftliche Akkumulation fließen, die in Europa mit jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut wurde?
In den Dienst an der Gesellschaft oder in interne Abrechnungen?
Man muss auf den Kompass schauen… Worauf deutet er?
Auf die Fassade, die Show und die Macht…?
Auf faires Funktionieren, Mehrwert, Ideale und Ziele?
IŞIN ERTÜRK – STUTTGART
(*) ANMERKUNG: Die Autorin dieses Berichts war bei der am 21. Juni 2026 durchgeführten Generalversammlung als Mitglied anwesend. Darüber hinaus wurden die im Bericht enthaltenen Informationen unter Berücksichtigung der Beobachtungen in der Generalversammlung, der schriftlichen Erklärungen der Parteien, der offiziellen Anträge und der unserer Zeitung vorliegenden Dokumente erstellt. Die Standpunkte der Parteien wurden im Bericht berücksichtigt, und die rechtlichen Prozesse dauern an.
Nachrichtenquelle: 12punto
Verwandte Nachrichten
Meistgelesen
Überraschende Ergebnisse zur 'neuen Partei' von Özgür Özel
Özgür Özel antwortet mit konkretem Datum zur Anzahl der Rücktritte
Waldbrand in Antalya unter Kontrolle gebracht
Die PKK-Öffnung und der Weg von Özgür Özel!..
Wie haben die Zeitungen den Abschied von Özgür Özel von der CHP bewertet?
Huthis greifen saudischen Tanker an
Was hat die CHP getan?
Özels Vorstoß für eine neue Partei in der Weltpresse
Die neue CHP gegen die CEHAPE
Von der Selbstwirksamkeit zur Hilflosigkeit