Berichten zufolge bereitet sich die AfD auf Gespräche mit Moskau über russisches Gas vor
Der AfD, die in Deutschland in den Umfragen vorne liegt, wird nachgesagt, Kontakte zu einem Sonderbeauftragten Putins zu planen, um die Versorgung mit russischem Gas wieder aufzunehmen.
Der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), die laut Umfragen zur stärksten Partei in Deutschland aufgestiegen ist, wird nachgesagt, dass sie sich auf Kontakte mit Moskau vorbereitet, um die Erdgaslieferungen aus Russland wieder aufzunehmen.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen berichtet, plant die AfD-Führung ein Treffen mit Kirill Dmitrijew, dem Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten Wladimir Putin für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Chef des russischen Staatsfonds (RDIF).
Es heißt, dass die AfD-Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla an dem für März geplanten Treffen teilnehmen sollen. Während der Ort des Treffens noch nicht feststeht, wurden Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien als Optionen genannt.
Dem Bericht zufolge steht auch die Wiederinbetriebnahme der von Russland nach Deutschland führenden Nord-Stream-Erdgaspipelines auf der Agenda des Treffens. Ein Sprecher der AfD sowie ein Vertreter von Dmitrijew äußerten sich nicht zu den Vorbereitungen für das Treffen.
BEDINGUNG FÜR DAS TREFFEN: RUSSLAND-UKRAINE-ABKOMMEN
Eine der Quellen, die mit dem Bericht vertraut ist, sagte, dass das mögliche Treffen nur stattfinden könne, wenn Russland und die Ukraine sich auf einen Rahmen für den Frieden einigen. Dieselbe Quelle gab an, dass die Organisatoren hoffen, dass das Treffen die AfD, Russland und die USA an einen Tisch bringt.
Es wurde vermerkt, dass die Organisatoren auch den Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff, sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zur Teilnahme an dem Treffen bewegen wollten. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte jedoch, dass Witkoff und Kushner von einem solchen Treffen nichts wüssten und keine Einladung erhalten hätten.
Die AfD setzt sich für die Einstellung der militärischen und finanziellen Unterstützung für die Ukraine, die Normalisierung der Beziehungen zu Russland und die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft ein. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatten die USA und die Europäische Union Sanktionen gegen Moskau verhängt.
Vor dem Krieg deckte Russland mehr als ein Drittel der deutschen Rohölimporte und mehr als die Hälfte der Erdgasimporte. Aus diesem Grund wird die Debatte über die Nord-Stream-Pipelines und die Rückkehr zu russischem Gas in Deutschland im Zusammenhang mit Energiesicherheit und Außenpolitik geführt.
REAKTIONEN IN DER DEUTSCHEN POLITIK
Da die AfD nicht an der Regierung beteiligt ist, wird darauf hingewiesen, dass ein solches Treffen eher symbolischen Charakter hätte, als dass es Entscheidungsgewalt besäße. Dennoch wird die erneute Thematisierung von russischem Gas als ein Schritt angesehen, der in Deutschland und den osteuropäischen Ländern auf scharfen Widerstand stoßen könnte.
Der Grünen-Abgeordnete Michael Kellner reagierte auf den möglichen Vorstoß mit den Worten: „Deutschland darf nicht wieder von Russland abhängig werden.“ Kellner argumentierte, dass Deutschland aufgrund seiner früheren Energieabhängigkeit einen hohen Preis gezahlt habe, und fügte hinzu: „Das wäre Verrat. Putin benutzt die AfD für seine eigenen Zwecke.“
Auch der Abgeordnete der regierenden Christlich Demokratischen Union (CDU), Roderich Kiesewetter, warf der AfD vor, sich auf die Seite Russlands zu stellen. Kiesewetter sagte: „Die AfD steht auf der Seite Russlands und ist bereit, sowohl die Ukraine als auch Deutschland zu verraten.“
Kiesewetter argumentierte, dass eine Wiedereröffnung von Nord Stream schwerwiegende Folgen für die europäische Sicherheit hätte, und bewertete die Situation wie folgt: „Russland nutzt insbesondere Nord Stream als hybride Waffe für militärische Zwecke. Eine Wiedereröffnung von Nord Stream wäre eine Katastrophe für die Sicherheit Europas und würde Deutschland isolieren.“
Die zuletzt gestiegenen Umfragewerte der AfD haben auch die Debatte über die Abgrenzungspolitik der etablierten Parteien gegenüber der extremen Rechten in Deutschland neu entfacht. Die Partei war bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September mit großem Abstand stärkste Kraft geworden. Auch bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich das Landterminal der Nord-Stream-Pipelines befindet, wird ein starkes Ergebnis für die AfD erwartet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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