Unterstützung für HKP durch ENAG: „TÜİK soll die Unterlagen auch mit uns teilen“
Die Halkın Kurtuluş Partisi (HKP) hat das Thema vor Gericht gebracht, mit der Begründung, dass die vom türkischen Statistikamt TÜİK veröffentlichten Inflationsdaten nicht der Realität entsprächen. Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara entschied jedoch, dass für die Strafanzeige der HKP „kein Anlass für Ermittlungen“ bestehe. Das Mitglied der Inflationsforschungsgruppe (ENAG), Doç. Dr. Oğuz Demir, erklärte gegenüber 12punto seine Unterstützung für die HKP und forderte das TÜİK zu mehr Transparenz auf.
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Die Halkın Kurtuluş Partisi (HKP) hatte am 10. Juli bei der Generalstaatsanwaltschaft Ankara Strafanzeige gegen den Präsidenten des türkischen Statistikamtes (TÜİK), Erhan Çetinkaya, und die stellvertretenden TÜİK-Präsidenten wegen „Beeinflussung von Preisen“, „Amtsmissbrauch“ und „Nichtanzeige einer Straftat durch einen Amtsträger“ erstattet. Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara entschied jedoch, dass für die Strafanzeige der HKP „kein Anlass für Ermittlungen“ bestehe. Im Gespräch mit 12punto erklärte das Mitglied der Inflationsforschungsgruppe (ENAG), Doç. Dr. Oğuz Demir, dass er die HKP unterstütze und die Entscheidung keine Grundlage habe.
„TÜİK SOLL DIESE UNTERLAGEN AUCH MIT UNS TEILEN“
Doç. Dr. Demir begann seine Ausführungen mit einem Appell an die Transparenz des TÜİK: „Was mich hier am meisten interessiert, ist, welche Unterlagen die Staatsanwaltschaft dazu veranlasst haben, die Entscheidung zu treffen, dass kein Anlass für Ermittlungen besteht. Sie sagen: ‚Wir haben Informationen und Unterlagen geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die hier geleistete Arbeit den wissenschaftlichen Standards entspricht.‘ Wir sind gespannt, mit welchen Unterlagen sie zu diesem Ergebnis gekommen sind. Ich wünschte, das TÜİK würde diese Unterlagen auch mit uns teilen. Wenn es ohnehin kein Problem gibt und die Generalstaatsanwaltschaft so entscheidet, dann gibt es für das TÜİK auch keinen Grund, diese Daten nicht offenzulegen. Denn alles wird ja rechtlich korrekt durchgeführt. Wenn sie diese Daten teilen würden, könnten wir alle gemeinsam zu demselben Schluss kommen. Es mangelt an Transparenz bei der Grundlage dieser Entscheidung. Das eigentliche Problem ist ohnehin, dass das TÜİK durch das Zurückhalten der Daten diese Zweifel nur noch verstärkt“ , so Demir.
„ES LIEGT EIN RECHTSVERLUST VOR“
Doç. Dr. Demir betonte, dass ein Rechtsverlust entstehe, wenn das TÜİK die Daten nicht offenlege: „Wenn die Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft so lautet, dann können diese Unterlagen auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Dann könnten wir alle gemeinsam sagen: ‚Wir haben uns geirrt, die Ökonomen und die Bürger haben sich geirrt, das TÜİK hatte recht.‘ Aber dass sie sie nicht veröffentlichen, lässt bei uns weiterhin Zweifel aufkommen. Es liegt ein Rechtsverlust vor, da diese Daten, die als Grundlage für Beamtengehälter und Mindestlohnerhöhungen dienen, den Bürgern an einem bestimmten Punkt vorenthalten werden“, erklärte er.
„DAS IST EINE UNTERSTÜTZUNG FÜR EINE HALTUNG“
Doç. Dr. Demir sagte, dass sie hinter der Strafanzeige der ENAG gegen das TÜİK stünden und schloss mit den Worten: „Letztendlich muss jede Struktur unterstützt werden, die die Rechte der Gesellschaft einfordert. Das geht über die Unterstützung einer Institution hinaus; es ist eine Unterstützung für eine Haltung. Ich denke, solange wir diese Daten nicht sehen, besteht die Möglichkeit, dass hier Rechtswidrigkeit vorliegt. Es gibt nur einen Weg, die Gesellschaft von diesen Spekulationen zu befreien: Das TÜİK muss transparent handeln. Wir alle wissen, dass dies keine Angelegenheit ist, die durch die Staatsanwaltschaft gelöst werden kann. Sie sollen die Daten mit uns teilen, damit wir uns zusammensetzen und sie gemeinsam prüfen können“ .
Nachrichtenquelle: Beste Çelik
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