Das Gesetz Nr. 7589 über Änderungen einiger Gesetze zur effektiven und effizienten Arbeitsweise der Justiz, in der Öffentlichkeit als 12. Justizpaket bekannt, sowie das Gesetz Nr. 7590 über Änderungen einiger Gesetze und Gesetzesdekrete sind in Kraft getreten. Damit gilt Folgendes:
- Bei Verfahren zur Aufhebung der Gemeinschaft (Teilungsversteigerung) erfolgt der erste Verkauf bei Immobilien, die durch Erbschaft erworben wurden, nun ausschließlich unter den Erben.
- Es wurde in die Gesetzgebung aufgenommen, dass bei Straftaten, bei denen IBAN, Bankkarten und Krypto-Vermögenskonten lediglich zur Kontonutzung durch Dritte zur Verfügung gestellt wurden, eine Strafminderung um die Hälfte erfolgt.
- Gegen Entscheidungen zur Aussetzung der Urteilsverkündung (HAGB) wurde der Rechtsweg der Berufung und anschließend der Revision eröffnet.
- Die in Artikel 107 der Zivilprozessordnung geregelte Klage auf unbestimmte Forderungen wurde aus der Gesetzgebung gestrichen; stattdessen wurde geregelt, dass bei Teilklagen der Anspruch bis zum Ende der Beweisaufnahme erhöht werden kann und die Verjährungsfrist für den erhöhten Teil gewahrt bleibt.
- Für Gerichte wurde die Regel eingeführt, dass Verhandlungen, außer in Ausnahmefällen, spätestens alle 3 Monate stattfinden müssen.
- Der Anwendungsbereich des SEGBİS / E-Verhandlungs-Systems, das Angeklagten und Anwälten die elektronische Teilnahme an Verhandlungen ermöglicht, wurde erweitert.
- Das System zur Festlegung des gesetzlichen Zinssatzes wurde auf den Diskontsatz der Zentralbank (TCMB) umgestellt, wodurch das Verfahren der numerischen Festlegung des gesetzlichen Zinses beendet und der gesetzliche Zinssatz faktisch erhöht wurde. Nach dem neuen Verfahren wird der gesetzliche Zins proportional auf Basis des von der Zentralbank festgelegten Diskontsatzes berechnet.
- Der Führerschein auf Probe wird entzogen, wenn während der Probezeit ein Verstoß begangen wird, der den vorübergehenden Entzug der Fahrerlaubnis erfordert, 75 Strafpunkte überschritten werden, ein Fahrzeug mit mehr als 0,20 Promille Alkohol im Blut geführt wird oder grundlegende Verkehrsregeln wie Sicherheitsgurt, Helm oder rote Ampeln dreimal missachtet werden.
- Die niedrigste Rentenzahlung wurde auf 23.552 TL angehoben.
- Internationalen Schulen wurde untersagt, Schüler mit türkischer Staatsbürgerschaft aufzunehmen.
Mit den Änderungen der Verordnung des Bildungsministeriums (MEB) über Vorschulerziehung und Grundschulen können in Grundschulen in Bezirken ohne Kindergarten, sofern genügend Bevölkerung vorhanden ist, Vorschulklassen für Kinder im Alter von 36-44 Monaten und 45-68 Monaten eröffnet werden.
Mit den Änderungen der Verordnung über die Erhebung von Durchfahrtsgebühren und Bußgeldern für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen wurde die bereits seit einiger Zeit faktisch angewandte Methode der Bußgelderhebung in die Gesetzgebung aufgenommen. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen nun bei der Nutzung mautpflichtiger Autobahnen und Brücken am HGS-System angemeldet sein und über ein ausreichendes Guthaben verfügen. Für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, die die Maut nicht zahlen, wurde ein System eingeführt, das dem für inländische Kennzeichen ähnelt: straffreie Zahlung innerhalb der ersten 15 Tage, Zahlung mit einem einfachen Bußgeld innerhalb des nächsten Monats und Zahlung mit einem vierfachen Bußgeld nach 45 Tagen. Zudem wurde ausdrücklich geregelt, dass Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen das Land nicht verlassen dürfen, ohne die erforderlichen Zahlungen geleistet zu haben, und dass für die Eintreibung der Bußgelder keine Zustellung erforderlich ist.
Durch eine Änderung des Kommuniqués über Edelmetallstandards und Raffinerien wurde die Umwandlung von physischem Gold oder Silber in digitale Vermögenswerte auf der Blockchain und deren Börsenhandel von der Genehmigung des Ministeriums für Schatz und Finanzen abhängig gemacht. Zudem ist für Vermögenswerte, die bereits vor der Gesetzesänderung in digitale Edelmetalle umgewandelt wurden, ebenfalls eine Genehmigung erforderlich.
Mit dem Grundsatzbeschluss des Ausschusses für den Schutz personenbezogener Daten vom 01.07.2026 wurde festgestellt, dass die öffentliche Bekanntgabe von Internet-Prüfungs- und Losergebnissen durch öffentliche Einrichtungen unter Preisgabe zahlreicher Identitätsdaten rechtswidrig ist. In dem Beschluss wurde festgelegt, dass Einrichtungen Ergebnisse nur über einen personalisierten Zugang via E-Devlet teilen dürfen, personenbezogene Daten wie T.C.-Identitätsnummer, Telefonnummer oder Adresse nur bei zwingender Notwendigkeit teilen dürfen und die Veröffentlichungen nach Ablauf der Frist gelöscht werden müssen.
Die Disziplinarverordnung für die Sicherheitsbehörden wurde aufgehoben. Die Verordnung war seit 1980 in Kraft. Nach der Aufhebung ging die Befugnis zur Verfolgung von Disziplinarverfahren gegen Polizeibeamte direkt auf das Innenministerium über.
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