Kanada reagiert mit Vergeltungszöllen auf die USA
Nachdem die Gespräche in Washington ergebnislos blieben, haben die USA einen Zoll von 50 Prozent auf kanadische Waren verhängt. Ottawa wird mit dem gleichen Satz antworten.
Das Ausbleiben eines Ergebnisses bei den dreitägigen Handelsgesprächen zwischen den USA und Kanada in Washington D.C. hat die Zollspannungen zwischen den beiden Ländern erneut verschärft. Die Regierung in Washington hat damit begonnen, einen Zollsatz von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar zu erheben.
Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte an, dass Kanada auf den Schritt der USA mit dem gleichen Satz reagieren werde. Carney erklärte, dass auf US-Waren „im Verhältnis eins zu eins“ gegenseitige Zölle erhoben würden und die Verhandlungen ausgesetzt seien.
Es wird erwartet, dass die neuen US-Zölle etwa 5 Prozent der kanadischen Exporte in die USA betreffen werden. Zu den betroffenen Gütern gehören elektronische Produkte, Industriemaschinen und Molkereiprodukte. Die genannten Zölle werden zusätzlich zu den bestehenden US-Abgaben auf Stahl, Holz und Automobile erhoben.
Die US-Regierung hatte die für den 19. August geplanten neuen Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren für drei Tage ausgesetzt, um eine Einigung zu ermöglichen. Da jedoch bei den Gesprächen kein Kompromiss erzielt werden konnte, trat die Entscheidung in Kraft.
GEGENSEITIGE VORWÜRFE DER PARTEIEN
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer argumentierte, dass Kanada die Chance auf eine Einigung verpasst habe. Greer sagte: „Kanada hat sich geweigert, das Handelsabkommen zu den Bedingungen abzuschließen, die Anfang dieser Woche vereinbart wurden. Trotz des Angebots der USA, Kanada als wichtigstem Exportland den besten Marktzugang zu gewähren, haben Kanadas neue Forderungen und das Zurückrudern bei anderen Verpflichtungen das in den letzten Tagen mühsam erreichte Gleichgewicht zerstört.“
Carney hingegen bezeichnete die kurzfristigen Änderungen der USA als unfair. Der kanadische Premierminister erklärte: „Ich habe beschlossen, die Handelsverhandlungen mit den USA auszusetzen und die Unterhändler angewiesen, nach Ottawa zurückzukehren. Die kurzfristigen Änderungen der von den USA vorgeschlagenen Bedingungen waren unfair, wirtschaftlich ineffizient und haben die Glaubwürdigkeit jeglicher Vereinbarung in Frage gestellt.“
Die Handelsspannungen zwischen Washington und Ottawa waren bereits zuvor durch die Zölle der Trump-Regierung auf bestimmte Importe aus Kanada eskaliert. Kanadas Vergeltungsmaßnahmen und die neuen Zolldrohungen der USA zeigen, dass die Spannungen trotz der intensiven Verhandlungen, die seit Juli zwischen den beiden Ländern geführt wurden, nicht abgenommen haben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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