Neue Entwicklung im Prozess um die Neugeborenen-Bande: Rechtsmedizinisches Gutachten zu verstorbenen Babys liegt vor
Im Prozess gegen die Führungskräfte und Mitglieder der sogenannten „Neugeborenen-Bande“, die in Istanbul durch die Einweisung von Babys in vertraglich gebundene Krankenhäuser unrechtmäßige Gewinne erzielten und durch fahrlässiges Verhalten deren Tod verursachten, wurde ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (ATK) zum Tod von 10 verstorbenen Babys erstellt.
In Istanbul war vor Kurzem eine Anklageschrift im Zusammenhang mit der zweiten operativen Welle gegen die Neugeborenen-Bande erstellt worden, die Babys in vertraglich gebundene Krankenhäuser verlegte, um unrechtmäßige Gewinne zu erzielen, und durch fahrlässiges Handeln deren Tod herbeiführte.
Mit der neuen Anklageschrift, die gegen Personen erstellt wurde, die gemeinsam mit dem Bandenführer Fırat Sarı agierten, und die mit der Hauptakte zusammengelegt wurde, stieg die Zahl der Angeklagten auf 58. Im Prozess, der vor dem 22. Schwurgericht von Bakırköy verhandelt wird, gab es eine neue Entwicklung. Das Institut für Rechtsmedizin (ATK) hat ein Gutachten zum Tod von 10 verstorbenen Babys erstellt. In dem Gutachten zum verstorbenen Baby Tokluoğlu wurde festgestellt, dass es keinerlei Aufzeichnungen darüber gibt, dass dem Baby das notwendige Medikament verabreicht wurde.
Im Prüfbericht der Sozialversicherungsanstalt (SGK) wurde dargelegt, dass dem Baby keine angemessene Atemunterstützung gewährt wurde, was den medizinischen Regeln widerspreche. Dem Gutachten zufolge ist der Facharzt Fırat Sarı medizinisch verantwortlich, da er den Überwachungs- und Behandlungsprozess unter unangemessenen Bedingungen organisierte. Dies umfasst das Verfassen von Epikrisen durch Nicht-Ärzte außerhalb des Krankenhauses, den Austausch von Röntgenaufnahmen der Babys gegen Aufnahmen anderer Kinder, die Anpassung von Blutgaswerten an die Epikrisen gemäß Vorlagen, die Manipulation von Laborwerten, den Einsatz von Personal ohne Berechtigung für die Intensivstation sowie die Aufnahme von Neugeborenen unter dem Vorwand einer Intensivstation der Stufe 3, obwohl die Bedingungen diese Stufe nicht erfüllten.
Im ATK-Gutachten zum Baby Alkari, das im Reyap-Krankenhaus in Çorlu verstarb, wurde ebenfalls festgehalten, dass keine angemessene Atemunterstützung erfolgte und dies den medizinischen Regeln widersprach. Das Gutachten stellt fest, dass bei Neugeborenen wöchentliche Ultraschalluntersuchungen erforderlich seien, diese sowie MRT- und Tomographie-Untersuchungen bei dem Baby jedoch nicht durchgeführt wurden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das Baby laut einem Telefonat um 16:19 Uhr bereits verstorben war, die Diagnosen und der Todeszeitpunkt auf dem Totenschein nicht mit dem klinischen Verlauf übereinstimmten und das Elektrokardiogramm mit der flachen Linie, das den Tod um 18:32 Uhr anzeigte, nachträglich erstellt wurde.
Im ATK-Gutachten zu den verstorbenen Babys Öykü Helvacı und Kadan wurde erklärt, dass nicht nachvollziehbar sei, ob die Medikamente zur Behandlung von Atemnot bei Neugeborenen verabreicht wurden. Bei der Wiederbelebung eines 28 Wochen alten Neugeborenen müssten mindestens ein Pädiater oder Neonatologe sowie eine Pflegekraft anwesend sein; aus den abgehörten Telefonaten gehe jedoch hervor, dass kein Arzt vor Ort war. Der verantwortliche Arzt, Dursun Eryılmaz, habe den Pflegekräften Anweisungen gegeben, ohne das Baby gesehen oder dessen klinischen Zustand gekannt zu haben.
Im ATK-Gutachten für das Baby Melek Süleymanoğlu wurde festgehalten, dass aufgrund der fehlenden Zufuhr von Fett, Protein und Vitaminen während des Aufenthalts eine Mangelernährung auftrat. Zudem habe der verantwortliche Arzt fahrlässig gehandelt, da eine Infektion im Blut des Babys vorlag und kein rechtzeitiger Antibiotikawechsel erfolgte. Das Baby verstarb aufgrund schwerwiegender Versäumnisse, da es trotz Herzerkrankung nicht verlegt, nicht angemessen ernährt und die Antibiotikatherapie nicht rechtzeitig angepasst wurde.
Im ATK-Gutachten für das Baby Serdarova wurde dargelegt, dass im Birinci-Krankenhaus keine Pflege- und Arztnotizen in der Akte vorhanden waren und der Patient während der 44 Tage seines Lebens nicht in ein Zentrum verlegt wurde, in dem ein angemessener Eingriff möglich gewesen wäre. Das Gutachten führt aus, dass die Tode der Babys Opara, Kaya, Karakoç und Karaduman auf unzureichende Ernährung und Mängel in der Pflege zurückzuführen sind.
Nachrichtenquelle: İHA
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