Tayyar wies darauf hin, dass Kaya ihre Anteile an Özata Denizcilik einen Tag vor der Liquidationsentscheidung der Kapitalmarktbehörde (SPK) übertragen hatte und die Zahlung am selben Tag erfolgte. Er bezeichnete die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, wonach Insiderinformationen genutzt wurden, als zutreffend. Tayyar betonte jedoch, dass die Erkenntnisse über die fraglichen Unregelmäßigkeiten bereits zuvor in den Unterlagen von TERA und der SPK vorhanden gewesen seien, und forderte, dass auch Beamte, die in der Vergangenheit fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hätten, untersucht werden müssten.
Die Fonds-Ermittlungen, die die Türkei derzeit beschäftigen, nehmen weiter an Fahrt auf. Nach den Aussagen der ehemaligen Ministerin für Familie und soziale Dienste, Fatma Betül Sayan Kaya, ihres Ehemannes İlyas Kaya und des ehemaligen Vorsitzenden der Kapitalmarktbehörde (SPK), İbrahim Ömer Gönül, bei der Staatsanwaltschaft wurde ein wichtiger Meilenstein in dem Verfahren erreicht.
Nach etwa neunstündigen Vernehmungen am 5. November wurde Fatma Betül Sayan Kaya wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ und des „Verstoßes gegen das Kapitalmarktgesetz“ mit einem Haftantrag dem Gericht überstellt. Gegen İlyas Kaya und den ehemaligen SPK-Vorsitzenden İbrahim Ömer Gönül wurde eine gerichtliche Aufsicht beantragt.
TAYYAR WIES AUF DETAILS IM ÜBERSTELLUNGSANTRAG HIN
Nach diesen Entwicklungen bewertete der ehemalige AKP-Abgeordnete Schamil Tayyar in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account die Vorwürfe gegen Sayan Kaya sowie die Feststellungen im Überstellungsantrag der Staatsanwaltschaft.
Tayyar hob insbesondere das Datum der Übertragung der Anteile an Özata Denizcilik und die Zahlungsmethode hervor.
Den Informationen im Überstellungsantrag der Staatsanwaltschaft zufolge übertrug Sayan Kaya ihre Anteile am 16. September, einen Tag vor der Liquidationsentscheidung der SPK. Bei der Transaktion, für die normalerweise eine zweitägige Abwicklungsfrist vorgesehen ist, wurde festgestellt, dass die Anteile von TERA per Überweisung übernommen und der Betrag noch am selben Tag beglichen wurde.
Tayyar erinnerte daran, dass die Staatsanwaltschaft diesen Vorgang als durch Insiderinformationen ermöglicht bewertet habe, und erklärte, er halte diese Feststellung für korrekt und angemessen.
„ES WAR BEREITS IN DEN UNTERLAGEN VON TERA UND DER SPK VERMERKT“
Der bemerkenswerteste Teil der Erklärung von Schamil Tayyar war seine Einschätzung, dass die fraglichen Transaktionen bereits zuvor bekannt waren.
Tayyar gab an, dass auch die engen Beziehungen zwischen den TERA-Managern Emre Tezmen und Erdin Özel sowie Sayan Kaya in die Ermittlungsakte aufgenommen wurden.
Tayyar betonte jedoch, dass ein Detail nicht übersehen werden dürfe: Die Erkenntnisse über die fragliche Unregelmäßigkeit seien bereits zuvor in den Unterlagen von TERA und der SPK enthalten gewesen.
Tayyar erklärte, es sei bekannt, dass sogar aus dem Inneren von TERA eine Strafanzeige bezüglich dieses Vorgangs bei der SPK eingereicht worden sei.
„AUCH FAHRLÄSSIGE ODER VORSÄTZLICHE BEAMTE MÜSSEN ZUR RECHENSCHAFT GEZOGEN WERDEN“
Schamil Tayyar betonte in seiner Erklärung, dass sich die Ermittlungen nicht nur auf die aktuell bekannt gewordenen Vorwürfe und Transaktionen beschränken dürften.
Tayyar wies darauf hin, dass untersucht werden müsse, ob trotz der Tatsache, dass die Unregelmäßigkeit bereits in den Unterlagen der zuständigen Institutionen vermerkt war, die notwendigen Schritte eingeleitet wurden. Er forderte, dass auch Beamte, die in der Vergangenheit Verantwortung trugen, unter die Lupe genommen werden müssten.
Tayyar schloss seine Erklärung mit den folgenden Worten:
„Auch Beamte, die in dieser Angelegenheit fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“
Dieser Vorstoß von Tayyar brachte die Diskussion darüber auf die Tagesordnung, ob im Rahmen der Fonds-Ermittlungen nicht nur die Investitionsgeschäfte selbst, sondern auch die Frage, ob die Vorwürfe zu diesen Geschäften bereits früher die zuständigen Behörden erreicht hatten und welche Verantwortung die Institutionen in diesem Prozess trugen, erörtert werden müsse.
Nachrichtenquelle: 12punto